800 Priester des Neokatechumenats nach Italien-Mission beim Papst
26.06.202611:02
Italien/Vatikan/Papst/Kirche/Glaube
Leo XIV. würdigte Priester aus Redemptoris-Mater-Seminaren - Vier Tage Evangelisierung in italienischen Pfarren "ohne Geld und Mobiltelefon"
Vatikanstadt/Rom, 26.06.2026 (KAP) Mit einer besonderen Begrüßung hat Papst Leo XIV. am Mittwoch rund 800 Priester des Neokatechumenalen Weges empfangen, die nach einer viertägigen Evangelisierungsmission in italienischen Pfarren an der Generalaudienz auf dem Petersplatz teilnahmen. Die Priester stammten überwiegend aus den 37 diözesanen Missionsseminaren "Redemptoris Mater" in Nord-, Mittel- und Südamerika und waren gemeinsam mit ihren Ausbildern und itineranten Katechisten zu einem internationalen Treffen in Italien versammelt.
Am Ende der Generalaudienz wandte sich der Papst eigens an die Geistlichen: "Ich heiße die Priester des Neokatechumenalen Weges aus verschiedenen Ländern herzlich willkommen. Möge euch die tägliche Darbringung des eucharistischen Opfers Stütze sein in eurem Dienst am Volk Gottes", sagte Leo XIV. Die Worte wurden von den Teilnehmern mit langem Applaus aufgenommen.
Vorausgegangen war ein mehrtägiges Treffen in Porto San Giorgio an der Adriaküste. Von dort aus wurden die Priester jeweils zu zweit für vier Tage in Pfarreien in ganz Italien ausgesandt, um das Evangelium zu verkünden. Nach Angaben der Organisatoren erfolgte die Mission bewusst "ohne Geld, ohne Tasche und ohne Mobiltelefon" in Anlehnung an die Aussendung der Jünger im Lukasevangelium. Ziel sei es gewesen, auf die Vorsehung Gottes und die Gastfreundschaft der Menschen zu vertrauen. Viele Priester berichteten nach ihrer Rückkehr von unerwarteten Begegnungen und einer großen Offenheit in den besuchten Gemeinden.
Vor Beginn der Mission hatte der Mitbegründer des Neokatechumenalen Weges, Kiko Argüello, die Teilnehmer aufgerufen, das Kerygma, die Grundverkündigung des christlichen Glaubens, in den Mittelpunkt zu stellen. Angesichts leerer werdender Kirchen und sinkender Berufungszahlen sprach er von einem "neuen Wind" für die Kirche in Italien. Das Charisma des Neokatechumenalen Weges verstehe sich als Hilfe für die christliche Initiation und für die Neuevangelisierung. Nach Argüellos Worten hätten zahlreiche Bischöfe und Pfarrer die Missionare ausdrücklich willkommen geheißen und deren Einsatz als Ermutigung für ihre Gemeinden erlebt.
Zum Programm gehörte auch die Teilnahme an einer Aufführung von Argüellos symphonischem Werk vor der Basilika des Marienheiligtums von Loreto. Nach der Papstaudienz feierten die Priester am Hochfest der Geburt Johannes des Täufers gemeinsam eine Eucharistie am Kathedra-Altar des Petersdoms. Vor ihrer Rückreise in ihre Herkunftsländer pilgerten sie nochmals nach Loreto, um ihre weitere missionarische Tätigkeit der Jungfrau Maria anzuvertrauen.
Der Neokatechumenale Weg wurde in den 1960er-Jahren von Kiko Argüello und Carmen Hernández in Madrid gegründet. Die kirchlich anerkannte Gemeinschaft versteht sich als Weg der christlichen Glaubensvertiefung innerhalb der Pfarren und ist nach eigenen Angaben heute in mehr als 130 Ländern vertreten. Die weltweit mehr als 120 Missionsseminare "Redemptoris Mater" - eines davon in Wien - bilden Diözesanpriester für den missionarischen Einsatz in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ortskirchen aus.