Innsbrucker Bischof unterstreicht völkerverbindende Wirkung der WM und erinnert auch Fans an Mitverantwortung, "dass niemand durch brutale Gier und Machtexzesse vom Spielfeld gedrängt wird"
Innsbruck, 27.06.2026 (KAP) Auf die verbindende Kraft des Fußballs hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler in der "Tiroler Tageszeitung" (Samstag) verwiesen. "Für mich ist Fußball mehr als ein Spiel: Es geht um Menschlichkeit", betonte der Bischof in einem Gastbeitrag anlässlich der gerade laufenden Fußball-WM. Diese verfolge er selbst mit - das entscheidende letzte Vorrunden-Spiel Österreichs am Sonntag gegen Algerien werde er im Bischofshaus sehen und lade anschließend zur Fußball-Rorate um 6 Uhr morgens in den Innsbrucker Dom, gab der Tiroler Oberhirte bekannt.
Glettler sprach von einer "Kraft, die Menschen über Kontinente und Kulturen hinweg verbindet", er bezeichne sie als "Glo-Ball". Sie werde "auch am multikulturellen Kader unserer herzhaft agierenden Nationalmannschaft" sichtbar, bemerkte der Bischof. Bisher sei das Nationalteam bei der WM mit einem Sieg (über Jordanien) und einer Niederlage (gegen Argentinien) im Plansoll.
Doch auch auf weitere Aspekte des Fußballs wies Glettler. Bei vielen, auch kirchlichen Initiativen etwa in Afrika zeige sich, dass auch "Bildungs- und Friedensarbeit" durch den Sport möglich seien: "Er überwindet soziale Grenzen, stärkt Gemeinschaft und eröffnet Zukunftschancen". Nicht von ungefähr sei es, dass etliche Fußballstars aus armen oder zumindest einfachen Verhältnissen stammten.
Auch was das bloße Mitverfolgen der WM betrifft, ist dem Bischof wichtig, dass man beim Mitfiebern "nicht nur am Spielfeldrand" stehe: "Wir sind Teil einer weltweiten Gemeinschaft. Wir tragen Verantwortung, dass niemand durch brutale Gier und Machtexzesse vom Spielfeld gedrängt wird." Fußball zeige schließlich auch, "was möglich ist, wenn Fairness, Respekt und Freude zusammenspielen". Insgesamt sei "Glo-Ball" ein Auftrag: "Wir können letztlich nur gemeinsam das entscheidende Spiel gewinnen", so der Fußball-begeisterte Leiter der Diözese Innsbruck.