150-Jahre-Feier des Ordenskrankenhauses - Bischof würdigt Verbindung von medizinischer Kompetenz, Menschlichkeit und gelebtem Glauben
Klagenfurt, 27.06.2026 (KAP) Als eindrucksvolles Zeugnis für medizinische Versorgung und menschliche Zuwendung hat der Kärntner Bischof Josef Marketz die 150-Jahr-Feier des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in St. Veit an der Glan gewürdigt. Bei einem Festgottesdienst im Patientengarten am Freitag sprach er von einem Ort, an dem fachliche Kompetenz und gelebte Menschlichkeit untrennbar miteinander verbunden seien.
Das Jubiläum stehe für "150 Jahre menschlicher Begegnungen, Hoffnungen und Ängste, von Krankheit und Heilung, von Geburt und Abschied", sagte Marketz in seiner Predigt. Das Haus der Barmherzigen Brüder stehe nicht nur für kompetente medizinischer Versorgung, sondern sei auch ein Ort, "an dem Menschen einander aufmerksam begegnen, an dem Zeit geschenkt, Trost ausgesprochen und Gottes Nähe erfahrbar wird".
Gerade in Zeiten moderner Medizin und innovativer Technik spiele die zwischenmenschliche Begegnung eine zentrale Rolle, sagte der Bischof mit Bezug auf die Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV. Dies gelte auch für Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal. Medizin brauche zwar Fachwissen, Technik und wissenschaftliche Kompetenz, entscheidend für Heilung sei jedoch oft das persönliche Gegenüber. "Jemand sieht mich. Jemand nimmt mich ernst. Jemand berührt mein Leben mit Respekt und Würde", so Marketz.
Der Bischof dankte in diesem Zusammenhang allen Mitarbeitenden des Hauses, die in den vergangenen 150 Jahren nicht nur Krankheiten behandelt, sondern Menschen begleitet hätten. In einem christlichen Krankenhaus dürfe der Mensch niemals auf seine Diagnose reduziert werden. "Seine Würde bleibt unantastbar - unabhängig von Alter, Herkunft, Leistungsfähigkeit oder Gesundheitszustand", betonte der Bischof. Die Geschichte des Ordensspitals zeige letztlich auch die Grundüberzeugung, "dass jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt ist".
Engagment und Wertefundament
Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ) hob bei der Jubiläumsfeier insbesondere das Engagement, die Fachkompetenz und Menschlichkeit der Beschäftigten des Krankenhauses hervor. Sie trügen wesentlich dazu bei, dass Patientinnen und Patienten Sicherheit und Vertrauen erfahren und damit ein zentraler Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Kärnten geleistet werde.
Auf die Rolle des Krankenhauses in einer Zeit gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Veränderungen verwies Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP). Das Spital der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan stehe auf einem stabilen Wertefundament verbinde zugleich medizinische Weiterentwicklung mit Kontinuität. Dies trage zur Versorgungssicherheit bei und unterstütze das Vertrauen der Patientinnen und Patienten auch in herausfordernden Situationen.
Ein Höhepunkt des Festakts war die Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Kärnten an Frater Paulus Kohler, in Anerkennung seines jahrzehntelanges Wirkens für die Barmherzigen Brüder sowie für das Krankenhaus St. Veit. Zudem erhielt das Krankenhaus selbst eine Auszeichnung durch die Stadt St. Veit/Glan. Weiters wurde eine Jubiläumsfestschrift präsentiert, in der die Historikerin Lydia Elek die 150-jährige Entwicklung des Hauses anhand historischer Quellen, Zeitzeugnissen und persönlicher Geschichten nachzeichnet.
Pfeiler der Kärntner Gesundheitsversorgung
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan blickt auf eine Entwicklung seit seiner Gründung im Jahr 1876 als "Kronprinz-Rudolf-Hospital" zurück. Heute zählt es mit rund 165 Betten, spezialisierten Versorgungsbereichen sowie der ersten Palliativstation Kärntens zu den wichtigsten Einrichtungen der stationären Gesundheitsversorgung des Bundeslandes. Durch laufende Investitionen in Infrastruktur und Medizintechnik wurde das Haus schrittweise zu einem modernen Schwerpunktkrankenhaus weiterentwickelt und ist Teil der vom Land Kärnten mitgetragenen Versorgungsstruktur.