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Gemälde der Hemma von Gurk
Landespatronin
Bild Copyright: © Sebald Bopp

Marketz in Gurk: Hemma zeigt Heiligkeit im gelebten Alltag

27.06.2026 11:52
Österreich/Kirche/Brauchtum/Religion/Glaube/Gesellschaft
Kärntner Bischof betont beim Hemmafest nachhaltiges Wirken der Landespatronin und verweist auf Verantwortung, Nächstenliebe und gesellschaftliche Wirkung des Glaubens
Klagenfurt, 27.06.2026 (KAP) Beim traditionellen Hemmafest in Gurk ist am Samstag der heiligen Hemma, Landesmutter und Schutzfrau Kärntens, gedacht worden. Im Gurker Dom feierte Diözesanbischof Josef Marketz gemeinsam mit dem Domkapitel den Festgottesdienst. Für Nachmittag stand eine Vesper in der Krypta des Doms mit Bischofsvikar Dompropst Engelbert Guggenberger und dem Domkapitel auf dem Programm, mit anschließender Möglichkeit zum traditionellen Augensegen mit dem Ring der hl. Hemma am Hemmagrab.

Bischof Marketz würdigte das Wirken der heiligen Hemma als bis heute prägend für Kirche und Gesellschaft. Die Kärntner Landespatronin habe nicht nur in "Stein und Geschichte", sondern vor allem im geistlichen Leben des Landes Spuren hinterlassen, indem sie in einer von Unsicherheiten geprägten Zeit "geteilt, gestiftet und aufgebaut" und ihren Glauben konkret gelebt habe. Dieser sei von konsequenter Gottesliebe und gelebter Nächstenliebe bestimmt gewesen. Hemma habe dabei auf Vertrauen statt Angst sowie auf Weitblick statt Rückzug gesetzt und "nicht nur in Besitz, sondern in Zukunft investiert", so der Bischof.

Mit Blick auf das heutige Glaubensverständnis verwies Marketz auf die Aktualität dieses Vorbilds. Entscheidend sei die Frage, wie Glaube im Alltag sichtbar werde - im Umgang miteinander, in der Bereitschaft zu teilen sowie im Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden. Das Hemmafest erinnere daher nicht nur an eine historische Persönlichkeit, sondern an eine bis heute wirksame Glaubenshaltung.

Hemma sei mitten im Leben verankert gewesen, betonte Marketz weiter. Ihre Heiligkeit habe sich nicht in außergewöhnlichen Worten gezeigt, sondern in konsequent gelebter Verantwortung. "Und vielleicht ist die wichtigste Botschaft des heutigen Tages, dass Heiligkeit dort beginnt, wo wir leben - in der Familie, im Beruf, unseren Entscheidungen, die oft unscheinbar wirken, aber große Wirkung haben", sagte der Kärntner Bischof.

Der Festgottesdienst wurde musikalisch von der Dommusik Klagenfurt unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Wasserfaller gestaltet und live von Radio Maria übertragen.

Wohltätige Gräfin und Landesmutter

Die hl. Hemma von Gurk wurde um 980 als Gräfin von Friesach-Zeltschach geboren. Nach dem Tod ihres Mannes und der Ermordung ihrer Söhne verwendete sie ihr Vermögen für kirchliche Stiftungen, darunter das Frauenstift Gurk sowie das Benediktinerstift Admont. Sie ließ zudem mehrere Kirchen im Raum Gurk errichten und engagierte sich stark für Bedürftige. Bereits zu Lebzeiten setzte eine breite Verehrung ein.

Nach ihrem Tod um 1045 wurde sie zunächst in Gurk bestattet, ihre Gebeine wurden 1174 in die Krypta des Gurker Doms übertragen. Die Verehrung verbreitete sich rasch; ab dem 13. Jahrhundert sind erste Wunderüberlieferungen dokumentiert. Nach einem langwierigen kirchlichen Prozess erfolgte 1938 die offizielle Heiligsprechung durch Rom. Heute ist der Gurker Dom mit dem Hemmagrab ein bedeutender Wallfahrtsort, dessen Verehrung weit über Kärnten hinaus, insbesondere auch in Slowenien, verbreitet ist.
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