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Myanmar: Acht Monate Haft für Ordensfrau wegen Vertriebenen-Hilfe

29.06.2026 15:48
Myanmar/Justiz/Gericht/Menschenrechte/Kirche/Orden
Sr. Benedetta Nya Moe versorgte Binnenflüchtlinge medizinisch, was in Myanmar verboten ist - Festnahme während eines Krankentransports ins Spital
Naypyidaw, 29.06.2026 (KAP) Eine katholische Ordensschwester ist in Myanmar von einem Militärgericht zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Ihr wird vorgeworfen, Binnenvertriebene im Bundesstaat Kayah (Karenni) unterstützt zu haben. Sie wurde laut Berichten zwei Wochen vor dem Urteil in der Nähe von Loikaw festgenommen und später in ein Militärgefängnis verlegt, wo vergangenen Mittwoch das Urteil verkündet wurde. Wie die Plattform "ucanews.com" (Montag) berichtet, rufen katholische Gemeinden im ganzen Land zu Gebeten für ihre Freilassung auf.

Betroffen ist Schwester Benedetta Nya Moe vom Orden der Schwestern der Nächstenliebe der Heiligen Bartolomea Capitanio und Vincenza Gerosa. Nach Angaben aus kirchlichen Kreisen war die Ordensfrau im Bereich Demoso und Loikaw in der medizinischen Versorgung von Binnenvertriebenen tätig. Sie habe Medikamente verteilt und gemeinsam mit weiteren Ordensangehörigen sowie kirchlichen Einrichtungen Hilfsmaßnahmen für Vertriebene organisiert. Die Schwester gehört der ethnischen Gruppe der Kayan an und feierte kürzlich ihr 25-jähriges Ordensjubiläum.

Die Festnahme erfolgte laut Berichten während eines Transports eines verletzten oder kranken Vertriebenen in ein Krankenhaus in Loikaw. Bei einer Durchsuchung ihres Mobiltelefons seien zudem Informationen über Spenden sowie Nachrichten zum Konflikt festgestellt worden, die im Zusammenhang mit der Anklage gestanden hätten. Die Verurteilung erfolgte dann auf Basis eines Strafgesetzbuch-Paragrafen, der seit dem Militärputsch 2021 häufig zur Ahndung vermeintlicher oppositioneller Aktivitäten angewendet wird. Die Regelung sieht Strafen von bis zu drei Jahren Haft vor.

In Myanmar sind rund sechs Prozent der Bevölkerung christlich, die Mehrheit ist buddhistisch geprägt. Die im Osten gelegene Region Demoso ist seit Jahren Schauplatz von Kämpfen zwischen Militär und Widerstandsgruppen und bleibt weiterhin instabil. Kirchliche Quellen berichten, dass die Ordensgemeinschaft der verurteilten Ordensfrau dort weiterhin humanitäre Hilfe leistet. Katholische Gemeinden im ganzen Land beten für die Freilassung der Ordensfrau und fordern Schutz sowie Unterstützung für kirchliche Helferinnen und Helfer im humanitären Einsatz.
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