Diakonenweihe in Eisenstadt: Zsifkovics betont dienende Kirche
30.06.202616:29
Österreich/Kirche/Religion/Berufung/Diakonenweihe
Weihe von Thomas Jakowitsch die erste in der Diözese seit längerem - Bischof in Predigt: Als Diakon "aktiver Spieler in Jesu Team"
Eisenstadt, 30.06.2026 (KAP) Nach längerer Pause hat es im Eisenstädter Martinsdom am Montag wieder eine Weihe gegeben: Bischof Ägidius Zsifkovics spendete dem 28-jährigen Priesterseminaristen Thomas Jakowitsch am Peter-und-Paul-Fest das Sakrament. Er hob bei seiner Predigt die zentrale Bedeutung des diakonalen Dienstes hervor und sprach von einem "Tag der Freude und des Dankes" für die Diözese, angesichts einer zuvor "langen, schmerzlichen Durststrecke ohne Diakonen- und Priesterweihen". Letztere seien ein Indikator kirchlicher Vitalität, "Gradmesser für die Lebendigkeit einer Ortskirche", so der Bischof.
In seiner Predigt hob der Bischof den Dienstcharakter des Diakonats hervor. Dieser sei keine bloße Vorstufe, sondern Fundament kirchlichen Handelns. Der Diakon - Jakowitsch ist passionierter Fußballfan - sei nicht Zuschauer, sondern Teil des Geschehens: "Du wirst nun zum aktiven Spieler in Jesu Team". Der Weihekandidat sei gerufen, sich als Teil eines größeren Ganzen zu verstehen, in Einklang mit "Kirche, Diözese, Dekanat, Seelsorgeraum, Pfarre." Dabei gehe es um Zusammenarbeit, nicht um Einzelrollen. "Dein Kapitän ist Jesus Christus."
Der kirchliche Dienst sei dabei immer auf die konkrete Lebenswelt der Menschen bezogen. Der Bischof betonte zudem die soziale Dimension des kirchlichen Auftrags. Diakone seien gesandt, um Nähe zu schaffen und Grenzen zu überschreiten: "Als Diakon bist Du gerufen, Christus zu verkünden, nicht Dich selber noch die Armen zu vergessen, Brücken zu bauen und Spannungen abzutragen." Der Platz der Diakone sei mitten im Leben der Menschen.
Witers rief Zsifkovics zu einem aktiven und engagierten Christsein auf. "Gerade heute braucht unsere Kirche und Gesellschaft Menschen, die hören, sehen, anpacken, nicht nur passive Zuschauer, sondern aktive Diener der Freude und des Lebens, echte Diakone." Der kirchliche Auftrag sei mit dem Alltag der Menschen eng verbunden und verlange Präsenz an den "Rändern der Gesellschaft".
Thomas Jakowitsch wuchs im mittelburgenländischen Landesee und später in Eisenstadt auf, studiert Katholische Fachtheologie in Wien, wo er die Ausbildung am Bischöflichen Priestereseminar absolviert. Er durchlief verschiedene pastorale Praktika, darunter im Tageszentrum "Wärmestube", sowie seit dem vergangenen Jahr in den Pfarren Deutschkreuz und Neckenmarkt, zudem machte er Auslandserfahrungen wie etwa ein Externjahr in Zagreb und fünf Wochen im Heiligen Land. Von Juli 2023 bis Mai 2025 war er an der Begleitung der TV-Gottesdienste der Diözese Eisenstadt beteiligt. Die Diakonenweihe ist für ihn einer der wichtigsten Schritte zum Priestertum.