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US-Erzdiözese zahlt 395 Mio. Dollar Missbrauchs-Entschädigung

30.06.2026 13:26
USA/Kirche/Missbrauch/Aufarbeitung/Finanzen
Erzdiözese San Francisco schließt Vergleich, um mehr als 500 einschlägige Klagen beizulegen
San Francisco, 30.06.2026 (KAP/KNA) Im jahrelangen Rechtsstreit um Missbrauchsentschädigungen hat die katholische Erzdiözese San Francisco einen Vergleich geschlossen, um mehr als 500 einschlägige Klagen beizulegen. Laut einer Mitteilung der Erzdiözese erklärt sich diese bereit, im Zuge eines Insolvenzverfahrens 395 Millionen Dollar (rund 347 Millionen Euro) zu zahlen.

"Wir glauben, dass dieser Vorschlag den Weg zu einer fairen Entschädigung für die Überlebenden ebnet", sagte Erzbischof Salvatore Cordileone. Er fügte hinzu: "Obwohl die meisten Missbrauchsfälle viele Jahrzehnte zurückliegen, übernehmen wir die volle Verantwortung für das, was passiert ist, und ich entschuldige mich aufrichtig bei allen, denen Leid zugefügt wurde."

Insolvenzverfahren seit 2023

Die Einigung könnte das jahrelange juristische Tauziehen beenden, das 2023 dazu führte, dass sich die kalifornische Erzdiözese gezwungen sah, offiziell Insolvenz anzumelden. "Die unglückliche Realität besteht darin, dass die Erzdiözese weder die finanziellen Mittel noch die praktische Fähigkeit hat, jeden einzelnen Fall vor Gericht zu verhandeln", erklärte Erzbischof Cordileone damals. Auslöser der Klagewelle war ein kalifornisches Gesetz von 2019, das die Verjährungsfrist für Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch vorübergehend aufhob.

Nun ist es offenbar gelungen, eine außergerichtliche Lösung zu finden. Kläger-Anwalt Jeff Anderson bestätigte in einem Interview des Senders ABC den Vergleich und nannte weitere Details. Demnach soll der Erzbischof jedem Betroffenen einen persönlichen Entschuldigungsbrief schreiben. Überdies muss die Erzdiözese San Francisco eine Reihe von Reformen in Sachen Kinderschutz und Transparenz einleiten und eine Liste von Geistlichen veröffentlichen, die glaubhaft des Missbrauchs beschuldigt wurden.
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