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Frauen
Bild Copyright: © Kath. Frauenbewegung

Smerili-Ernennung "Tag der Freude" für Katholische Frauenbewegung

30.06.2026 16:39
Österreich/Kirche/Personal/Frauen
Vorsitzende Ritter-Grepl würdigt Ernennung der neuen vatikanischen Präfektin als Signal für stärkere Frauenverantwortung in der Kirche und dankt Kardinal Czerny für Zusammenarbeit
Wien, 30.06.2026 (KAP) Als "historisches und richtungsweisendes Signal" hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) die Ernennung von Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des vatikanischen Dikasteriums für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen begrüßt. Papst Leo XIV. hatte die bisherige Sekretärin am Dienstag mit Wirkung zum 1. September an die Spitze der Behörde ernannt.

kfbö-Bundesvorsitzende Angelika Ritter-Grepl sprach in einer Aussendung von einem "Tag der Freude für alle katholischen Frauen weltweit". Die Ernennung sei "weit mehr als eine Personalentscheidung, sie ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Kirche unter Papst Leo XIV. ernst macht mit der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Verantwortung und Leitung".

Smerilli bringe "ökonomischen Sachverstand, salesianische Spiritualität und jahrelange Erfahrung im Dienst an den Armen und Verwundbaren" mit, so Ritter-Grepl weiter. Sie sei eine Persönlichkeit, die fachliche Kompetenz und pastorale Erfahrung verbinde.

"Für wen sorgst du?"

Die kfbö hob auch die bereits bestehende Zusammenarbeit mit der neuen Präfektin hervor. Bei einem früheren Treffen habe sich eine intensive Vernetzung mit dem Dikasterium entwickelt. Besonders prägend sei dabei die inhaltliche Ausrichtung Smerillis gewesen, die eine stärkere gesellschaftliche Neubewertung von Sorgearbeit betont habe. Diese Perspektive treffe einen Kernanliegen der Frauenbewegung, so Ritter-Grepl.

Wörtlich zitierte die kfbö die Forderung Smerillis: "Es soll nicht mehr gefragt werden 'Was bist du von Beruf?', sondern 'Für wen sorgst du?'" Diese Haltung decke sich "punktgenau mit unserer langjährigen Forderung nach gerechter Aufteilung der Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern", erklärte die Vorsitzende. Ritter-Grepl kündigte an, sie wolle der neuen Präfektin zum Amtsantritt persönlich gratulieren und die Zusammenarbeit mit dem Dikasterium weiter vertiefen.

Eher Programm als Zufall

Zugleich würdigte die kfbö die institutionelle Entwicklung im Vatikan. Mit Smerilli übernehme bereits die dritte Frau die Leitung eines Dikasteriums innerhalb kurzer Zeit. "Drei Präfektinnen innerhalb weniger als zweier Jahre, das ist kein Zufall, sondern Programm", so Ritter-Grepl. Dies deute auf ein Pontifikat, das Frauen nicht nur diskursiv erwähne, sondern tatsächlich in Leitungsverantwortung bringe.

Dank sprach die kfbö auch dem bisherigen Leiter des Dikasteriums, Kardinal Michael Czerny, aus. Unter seiner Leitung sei eine "Kultur des Zuhörens, des Dialogs und der Zusammenarbeit" gewachsen. Die Kooperation sei von "gegenseitigem Respekt und echtem Vertrauen getragen" gewesen.

Mit Blick auf die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. betonte die kfbö zudem die Einbettung der Personalentscheidung in eine breitere kirchliche Entwicklung hin zu sozialer Gerechtigkeit und Menschenwürde. Die Ernennung Smerillis sei eine konsequente Fortsetzung dieses Kurses.
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