Erzdiözese Wien dankt Generalvikar Krasa und Pressesprecher Prüller
01.07.202616:15
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Erzbischof Grünwidl und Kardinal Schönborn würdigen bei Mitarbeitergottesdienst Wirken von Generalvikar sowie Pressesprecher, die beide mit Ende August aus ihren Spitzenpositionen scheiden
Wien, 01.07.2026 (KAP) Die Erzdiözese Wien hat in einem Gottesdienst dem scheidenden Generalvikar Nikolaus Krasa (66) und dem langjährigen Kommunikationschef Michael Prüller (65) für ihr Wirken gedankt. Zahlreiche Beschäftigte der Erzdiözese kamen am Mittwoch zur Dankfeier mit Erzbischof Josef Grünwidl und Kardinal Christoph Schönborn in den Stephansdom. Grünwidl sprach Worte des Dankes für Krasa, Schönborn jene für Prüller. Beide hatten ihre Spitzenpositionen in der Wiener Erzdiözese im Jahr 2011 übernommen und übergeben sie mit Ende August. Neuer Generalvikar ab September ist der derzeitige Pfarrer und Dechant in Stockerau, Andreas Kaiser. Neuer Pressesprecher wird Benedikt Neumayer, wie die Erzdiözese am Mittwoch mitteilte.
In einem "blitzlichtartigen" Rückblick auf zentrale Schwerpunkte in der 16-jährigen Amtszeit Krasas dankte Erzbischof Grünwidl dem scheidenden Generalvikar für dessen langjährigen Dienst als "alter ego" von Kardinal Schönborn in der Leitung der Wiener Erzdiözese. Grünwidl würdigte unter anderem Krasas Einsatz in zahlreichen diözesanen Veränderungsprozessen. So habe der Generalvikar den von Kardinal Schönborn nur wenige Monate nach Krasas Amtsantritt 2011 mit einem "Masterplan" vorgestellten Reform- und Strukturprozess maßgeblich mitgestaltet und wichtige Impulse gesetzt; auch in den vergangenen Jahren genommene "Hürden", wie das "bleibend wichtige" Thema Prävention und die Bearbeitung von Missbrauchsfällen, Sparmaßnahmen und die Gremienreform in der Erzdiözese, sprach Grünwidl an.
"Monsignore" für Krasa
Der Erzbischof hob zudem Krasas Engagement für die katholischen Schulen, die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Niederösterreich, die Schulpastoral und die Neugestaltung des "Dommuseum Wien" hervor. Während der Corona-Pandemie habe der Generalvikar mit einem Krisenstab, einer Hotline und regelmäßigen Informationsschreiben die Erzdiözese in einem von anderen Diözesen als Vorbild genommenen Weg durch die Ausnahmesituation geführt. Auch an das "nicht einfache Jahr der Administration" erinnerte Grünwidl und außerdem an jüngste Projekte wie den diözesane Prozess "Priorisieren und Finanzieren", die Arbeit am neuen Leitbild sowie an einer Bildungsakademie.
Im Rahmen der Feier wurde auch bekannt gegeben, dass Papst Leo XIV. Nikolaus Krasa zum "Kaplan Seiner Heiligkeit" ("Monsignore") ernannt hat.
Hilfreiche Stimme der Kirche
Kardinal Schönborn erinnerte daran, dass Michael Prüller 15 Jahre lang "ruhig, klug, glaubwürdig, deeskalierend und missionarisch" als eine Stimme der Erzdiözese fungiert habe. Prüller sei aus dem Journalismus kommend gut auf diese Aufgabe vorbereitet gewesen. Glaubwürdigkeit entstehe durch eine gute Recherche, und so habe sich auch Prüller immer um eine redliche Öffentlichkeitsarbeit bemüht, "die heikle Themen nicht vernebelt, die nichts beschönigt und die sich nicht in einer Hofberichterstattung ergeht", sagte Schönborn.
Ausdrücklich würdigte der Kardinal "das große Wissen und den Durchblick", die Prüller und seine regelmäßig in der "Presse am Sonntag" erscheinenden Kolumnen auszeichnen und bezeugen. "Diese Fähigkeit, die Zusammenhänge zu erkennen, hat uns sehr geholfen, wenn es galt, Krisen zu bewältigen", so der frühere Wiener Erzbischof, der abschließend mit Dank sagte: "Schreibe weiter Deine Kolumnen und bleibe ein glaubwürdiger Missionar!"
Langjähriger Generalvikar
Nikolaus Krasa (66) ist seit 2011 mit seiner Funktion als Generalvikar erster Stellvertreter des Wiener Erzbischofs und für die Leitung der Erzdiözese Wien mitverantwortlich. Nach einer einjährigen Tätigkeit als Delegat der Erzdiözese von 2025 bis 2026 - in der Zeit der apostolischen Administratur Josef Grünwidls - übernahm er 2026 erneut das Amt des Generalvikars. Zu seinen Aufgaben zählt neben der Leitung der Diözese auch die Verantwortung für den diözesanen Entwicklungsprozess.
Der in Wien geborene Krasa studierte zunächst Physik und Mathematik, anschließend Katholische Theologie an der Universität Wien und wurde 1987 zum Priester geweiht. Nach Stationen als Kaplan, Pfarrer von Jedlesee und Regens des Wiener Priesterseminars (2003 bis 2010) wurde er 2008 Domkapitular. Sein Weihspruch aus dem Hebräerbrief der Bibel lautet "Lebendig ist das Wort Gottes" (vgl. Hebr 4,12). "Ich habe ihn gewählt, weil mich schon zur Zeit meiner Priesterweihe die Bibel besonders fasziniert hat. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert", wird Krasa auf der Website der Erzdiözese Wien zitiert.
Pressesprecher seit 2011
Michael Prüller (65) leitet seit 2011 das Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Erzdiözese Wien und ist Pressesprecher des Wiener Erzbischofs. Er übernahm die Funktion als Nachfolger von Erich Leitenberger (1944-2021) zunächst für Kardinal Christoph Schönborn und später auch für dessen Nachfolger, Erzbischof Josef Grünwidl. Im Sommer tritt der promovierte Jurist und frühere Journalist in den Ruhestand.
Prüller begann seine journalistische Laufbahn 1987 bei der Tageszeitung "Die Presse", wechselte zwischenzeitlich als Senior Consultant zur PR-Agentur Ogilvy PR und kehrte 2000 zur Zeitung zurück. Dort leitete er das Wirtschaftsressort und wurde 2004 stellvertretender Chefredakteur. In der Erzdiözese Wien war er neben seiner Tätigkeit als Pressesprecher auch Leiter der Kommunikationsabteilung und anfangs ab 2011 bis 2020 Geschäftsführer der St.-Paulus-Medienstiftung; von 2013 bis 2015 fungierte er zudem als Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung "Der Sonntag". Bis dato schreibt Prüller u.a. für die "Die Presse" die Kolumne "Culture Clash".