Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Bischof Manfred Scheuer
Lebensstil
Bild Copyright: © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

Scheuer warnt vor Verlust menschlicher Nähe im digitalen Zeitalter

02.07.2026 17:18
Österreich/Kirche/Gesellschaft/Technologie/Arbeitnehmer/Psychologie
Abschluss des diözesanen Arbeitsjahres mit Aufruf zum Blick auf individuelle Talente und Charismen, darunter auch "Pflegen, Lehren oder Trösten"
Linz, 02.07.2026 (KAP) Mit einem Appell, die eigenen Begabungen in den Dienst anderer zu stellen und menschliche Beziehungen bewusst zu pflegen, hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer das diözesane Arbeitsjahr abgeschlossen. Beim Sommergottesdienst im Linzer Mariendom am Dienstag warnte er zugleich vor einer zunehmenden Entfremdung durch Digitalisierung und gesellschaftlichen Tendenzen zur Mittelmäßigkeit. Zwar vervielfache die digitale Kultur Verbindungen und biete neue Möglichkeiten der Begegnung, diese könnten jedoch das grundmenschliche Bedürfnis nach Nähe nicht stillen, zitierte der Bischof aus der Papst-Enzyklika "Magnifica humanitas".

Ausgehend von Gedanken des Sozialphilosophen Erich Fromm zeichnete Scheuer das Bild einer Gesellschaft, in der Menschen ihre Kreativität, Liebesfähigkeit und Lebendigkeit zunehmend an Maschinen delegierten. Computerprogramme und digitale Technologien drohten den Humanismus auszuhöhlen, wenn menschliche Nähe, Freundschaft und Berührung verloren gingen. Ohne diese Beziehungen "verkommen die Menschen emotional", zitierte der Bischof Fromm.

Daran anknüpfend, griff Scheuer Überlegungen des Genetikers Markus Hengstschläger zur "Durchschnittsfalle" auf. Eine Gesellschaft, die sich am Durchschnitt orientiere, verliere demnach Innovationskraft und gerate in eine "evolutionäre Sackgasse". Entscheidend seien vielmehr die individuellen Talente und Charismen jedes Menschen. Dabei gehe es nicht nur um außergewöhnliche Fähigkeiten wie in Sport oder Musik, sondern auch Begabungen zum Dienen, Pflegen, Lehren oder Trösten verdienten Anerkennung. Mit Verweis auf den Apostel Paulus erinnerte Scheuer an die "unterschiedlichen Gaben und Dienste" in der Kirche.

Vor Vergleichen mit anderen warnte der Bischof unter Berufung auf Teresa von Avila. "Wer das eigene Charisma annimmt, braucht auch nicht ständig Projektionen, Sündenböcke, die er beurteilen und verurteilen muss", so Scheuer. Zugleich gelte es, mit den Stärken und Schwächen von Menschen realistisch umzugehen. Gemeinschaft entstehe nicht trotz, sondern auch im "beziehungsreichen" Umgang mit Brüchen, Verletzungen und Grenzen, "mit Begabungen und Behinderungen, mit den Rosen und Neurosen", so der Bischof.

Schöpferische Fürsorge und Verantwortung

Charismen dienten zudem nach christlichem Verständnis niemals allein der persönlichen Selbstverwirklichung, Selbstbehauptung und Autonomie. Statt nur den eigenen Interessen sollten sie vielmehr auch denen anderer nützen. Vorbilder darin sind laut Scheuer "generative Menschen", die Vertrauen schaffen und "Freude am Werden, Wachsen und Blühen anderer" haben. Voraussetzung dafür sei, "selbst auf festem Grund zu stehen". Diese Grundhaltung führe den Menschen zu einem erfüllten Leben, wogegen das Leben "ohne generative, schöpferische Fürsorge und Verantwortung für andere" verarme und stagniere.

Scheuer plädierte weiters für eine "konstruktive Kommunikation", die Hoffnung stärke, anstatt sich ausschließlich auf Krisen und schlechte Nachrichten zu konzentrieren. Was einem Menschen bleibe, seien letztlich nicht Status oder Besitz, sondern die Beziehungen zu anderen. In einer Zeit der Beschleunigung brauche es daher bewusst gepflegte Gemeinschaft, persönliche Begegnungen und Zuwendung, so der Linzer Diözesanbischof.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen