Aufruf in Instagram-Post, "keine Gottesdienste der Piusbruderschaft zu besuchen und die Menschen aufzuklären, worum es da wirklich geht"
Salzburg/Linz, 02.07.2026 (KAP) Der Abt des Stiftes Kremsmünster, Bernhard Eckerstorfer, hat sich erschüttert über die am Mittwoch vollzogenen Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. geäußert und vor einer Verharmlosung des Geschehenen gewarnt. In einem Videostatement auf Instagram, aufgenommen im Regen vor dem Salzburger Dom kurz nach der von Papst Leo XIV. untersagten Weihe im Schweizer Ort Econe, sagte er "der Himmel weint". Auch er selbst sei traurig über die sehr ernst zu nehmende Entwicklung.
Eckerstorfer verwies darauf, dass die katholische Kirche in Salzburg traditionell vom Erzbischof geleitet werde, der vom Papst ernannt sei und den Ehrentitel "Primas Germaniae" trage. Vor diesem Hintergrund äußerte er die Sorge, dass parallele Strukturen langfristig enorme Spannungen in der kirchlichen Ordnung auslösen könnten: "Ich hoffe nicht, dass es in 100 Jahren einen Bischof geben wird, der behauptet, der rechtmäßige katholische Bischof zu sein - von der Piusbruderschaft."
Der Abt zeigte sich zudem verwundert über Stimmen in sozialen Medien, die die Vorgänge relativierten. "Hier geht es nicht um unterschiedliche Meinungen, hier geht es um einen schismatischen Akt, wo die Einheit der Kirche zerbricht. Deshalb glaube ich, ist es wichtig, dass wir keine Gottesdienste dieser Piusbruderschaft besuchen und auch die Menschen aufklären, worum es da wirklich geht."
Eckerstorfer erinnerte in seinem Statement an sein eigenes Theologiestudium in Salzburg. Sein damaliger Professor, der 2021 verstorbene Wilheringer Kirchenhistoriker Gerhard Winkler, habe wiederholt darauf hingewiesen, "dass niemand das Recht hat, eine Spaltung innerhalb der Kirche herbeizuführen". Entsprechend rief auch der Kremsmünsterer Abt dazu auf, im kirchlichen Leben "mit dem Papst und der großen Tradition der Kirche in Einheit" zu bleiben und Konflikte nicht zu verschärfen.
Ähnlich hatte sich am Mittwoch auch die Österreichische Bischofskonferenz in einer Stellungnahme klar hinter Papst Leo XIV. gestellt und die unerlaubten Bischofsweihen der Piusbrüder als "schismatischer Akt" verurteilt. Der Vorsitzende, Erzbischof Franz Lackner, betonte, ohne Einheit mit dem Papst sei keine volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche möglich. Die Einheit der Kirche auf der Verbindung mit dem Papst und der weltkirchlichen Communio, so Lackner.
Anlass der Debatte sind vier Bischofsweihen, die die Priesterbruderschaft St. Pius X. am Mittwoch im schweizerischen Écône ohne päpstliche Zustimmung vollzogen hat. Papst Leo XIV. hatte die Weihen zuvor ausdrücklich untersagt und die Verantwortlichen vergeblich zum Verzicht aufgerufen. Der Vatikan wertete den Schritt am Donnerstag als schismatischen Akt und stellte fest, dass sich die weihenden Bischöfe sowie die Neugeweihten durch ihr Handeln die Exkommunikation zugezogen haben.