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Votivgegenstände in der Schatzkammer Sonntagberg
Bild Copyright: © Imareal / Peter Boettcher

Melk: Symposion widmet sich der Frömmigkeit der Vormoderne

03.07.2026 15:24
Österreich/Wissenschaft/Kulturgeschichte/Geschichte/Religion/Glaube/Brauchtum/Kirche
Fachexperten beleuchten vom 6. bis 8. Juli Sakrallandschaft, Glaubensrituale und Folgen geistlicher Praxis
St. Pölten, 03.07.2026 (KAP) Mit Formen gelebter Frömmigkeit zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert befasst sich das Symposion des Niederösterreichischen Instituts für Landeskunde, das vom 6. bis 8. Juli im Stift Melk seine bereits 44. Auflage hat. Unter dem Titel "Gelebter Glaube - Praktiken, Objekte, Akteurinnen und Akteure vormoderner Frömmigkeit" stehen Materialität, religiöse Glaubenspraxis sowie soziale und kulturelle Ausdrucksformen von Glauben im Zentrum.

Die Veranstaltung wird vom Niederösterreichischen Institut für Landeskunde in Kooperation mit dem Stift Melk sowie dem Forschungsprojekt SALVEMED organisiert. Im Fokus steht die Frage, wie sich Frömmigkeit in Niederösterreich und vergleichbaren Regionen in Objekten, Netzwerken und rituellen Praktiken manifestierte und wandelte. Ergänzt wird das Programm durch Führungen im Stift Melk sowie eine Exkursion zum Wallfahrtsort Maria Taferl.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Sakrallandschaft. Beiträge behandeln unter anderem Wallfahrtswege und deren Materialität (Andrea Serles), Kirchen als strukturierende Elemente religiöser Landschaften (Herbert Karner) sowie die Inszenierung von Kalvarienbergen im frühneuzeitlichen Raum (Zsófia Kádár, Thomas Kühtreiber).

Weitere Vorträge widmen sich regionalen und sozialen Kontexten religiöser Praxis, etwa spätmittelalterlicher Memoria in Städten (Jacqueline Schindler) oder Frömmigkeitsformen am Wiener Hof im ländlichen Raum (Stefan Seitschek). Um Analysen geistlicher Frauen in Niederösterreich und Südwestdeutschland (Maria Magdalena Rückert) geht es dabei ebenso wie um die Lilienfelder Erzbruderschaft (Irene König).

Ein weiterer Themenblock behandelt rechtliche und gesellschaftliche Regulierung religiöser Praxis, darunter Wallfahrtsordnungen, frühneuzeitliche Heilungsdiskurse sowie transregionale kirchliche Verflechtungen. Medien der Frömmigkeit wie Gebetbücher und Gnadenbilder werden dabei analysiert, jedoch auch Formen des Wunderglaubens und deren langfristige Wirkungsgeschichte. (Infos: www.noe.gv.at/symposion2026)
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