Salzburger Prälat Vavrovsky unter großer Anteilnahme beigesetzt
03.07.202617:13
Österreich/Kirche/Requiem/Vavrovsky
Erzbischof Lackner leitete Trauergottesdienst im Salzburger Dom - Bischof Scheuer in Predigt über verstorbenen emeritierten Domdechanten und langjährigen St.-Virgil-Rektor: "Sein Leben bleibt vielen Menschen als Vorbild für gelebten Dialog, Nächstenliebe, Offenheit und Glauben in Erinnerung"
Salzburg, 03.07.2026 (KAP) Der emeritierte Salzburger Domdechant und langjährige St.-Virgil-Rektor Hans-Walter Vavrovsky ist am Freitag in der Hagenauer-Gruft auf dem St.-Peter-Friedhof in Salzburg beigesetzt worden. Erzbischof Franz Lackner leitete zuvor im Salzburger Dom das Requiem für den weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Prälaten, der am 18. Juni im Alter von 81 Jahren verstorben war. Zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft, unter ihnen neben Weihbischof Hansjörg Hofer und Erzabt Jakob Auer von St. Peter auch Altlandeshauptmann Wilfried Haslauer sowie der Musiker Hubert von Goisern, erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre. Die Predigt beim Trauergottesdienst hielt der Linzer Bischof Manfred Scheuer, ein langjähriger Freund und Bergkamerad Vavrovskys.
Erzbischof Lackner würdigte in seiner Ansprache die jahrzehntelangen Verdienste des Verstorbenen um die Kirche, den Salzburger Dom und das Domkapitel. "Er zeigte uns die Menschenfreundlichkeit Gottes", sagte Lackner laut Pressedienst der Erzdiözese Salzburg. Peter Braun, langjähriger Direktor von St. Virgil und Weggefährte des Geistlichen, charakterisierte Vavrovsky als "Vertreter der kulturellen Diakonie, Menschen des Dialogs, Chefsanierer und Bauherrn, vor allem aber als feinfühligen Seelsorger", der Menschen zusammenbrachte.
"Dialog ermöglichen und Türen öffnen"
Auch Bischof Scheuer ging in seiner Predigt auf das von "Offenheit, Menschlichkeit und tiefer Glaubenszuversicht" geprägte Lebenszeugnis Prälat Vavrovskys ein. In all seinen vielfältigen Funktionen sei dieser stets authentisch geblieben und habe Institutionen "eine Seele gegeben". Vavrovskys Einsatz habe Bildung, Kultur und dem Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Überzeugungen gegolten, so Scheuer. Er habe für eine Kirche gestanden, die offen auf Menschen zugeht und zugleich selbstbewusst ihren Glauben lebt. Als "Türöffner" habe er vielen Menschen neue Erfahrungsräume in Kirche, Glauben und Natur erschlossen.
Freunde und Wegbegleiter hätten Vavrovsky zudem als großzügigen, treuen und humorvollen Menschen erlebt, der sich unermüdlich für andere eingesetzt habe, hielt der Linzer Bischof fest. Auch in schwierigen Zeiten sei er von Wohlwollen, Hoffnung und Versöhnungsbereitschaft geprägt gewesen. "Sein Leben bleibt vielen Menschen als Vorbild für gelebten Dialog, Nächstenliebe, Offenheit und Glauben in Erinnerung", so Scheuer.
Prälat Vavrovsky prägte von 1983 bis 2016 als Rektor und Leitungsmitglied von St. Virgil Salzburg das bekannte Bildungszentrum und gehörte von 1988 bis zu seiner Emeritierung 2019 dem Salzburger Domkapitel an. Von 2010 bis 2015 fungierte er auch als Domdechant. Vavrovsky war unter anderem Vorsitzender des Salzburger Pressvereins, Ritter des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und Diözesanbeauftragter für Europafragen. Zudem war er Mitglied in zahlreichen Gremien, etwa in der Europakommission der Bischofskonferenz und der Europäischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinem 75. Geburtstag wurde der Hans-Walter-Vavrovsky-Dialogpreis ins Leben gerufen, der die Kultur der Offenheit, Verständigung und des gegenseitigen Respekts fördern will.