Fotos in neuer Streaming-Doku "Leo in Rom" zeigen damals 28-jährigen Robert Francis Prevost im dunklen Ordenshabit der Augustiner bei Massendemo
Vatikanstadt/Rom, 03.07.2026 (KAP) Papst Leo XIV. ist schon als Student in Rom gegen Aufrüstung auf die Straße gegangen. Im Oktober 1983 demonstrierte der gebürtige Chicagoer Robert Francis Prevost wie Millionen Menschen in ganz Europa für den Frieden, berichtet ein Mitbruder in der neuen Doku "Leo in Rom". "Er hat uns zusammen mit einem italienischen Bruder dazu bewegt, an der Demo teilzunehmen", so Augustinerpater Ciro Musiello.
Fotos zeigen den damals 28-jährigen Prevost im dunklen Ordenshabit bei der Massendemo auf Roms Straßen. Die Ordensleute hatten auf ihr Plakat "Augustiniani per la pace" (Augustiner für den Frieden) geschrieben. An den Demos gegen das atomare Wettrüsten zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion nahmen im Herbst 1983 europaweit rund drei Millionen Menschen teil.
Leo in Jeans und Tenniskluft
Prevost, der in den USA bereits Mathematik und Theologie studiert hatte, kam 1981 nach Rom, um in Kirchenrecht zu promovieren. Die Doku "Leo in Rom" der vatikanischen Kommunikationsbehörde beleuchtet rund 20 Jahre des Lebens des heutigen Papstes, die er als Student, als Chef des Augustinerordens (2001-2013) sowie ab 2023 als Leiter der Vatikanischen Bischofsbehörde in Rom und Italien zubrachte.
Zahllose Fotos zeigen den heute 70-Jährigen vor dem Schiefen Turm von Pisa, im Tretboot auf einem See in Norditalien, vor den Tempeln von Agrigent auf Sizilien, auf dem Tennisplatz oder am Grill, im Priester- oder Ordensgewand, in Pullover, Hemd und Jeans oder in kurzer Hose und Polohemd.
Zurückhaltend, heiter, hochintelligent
Männer und Frauen, die ihm in dieser Zeit begegneten, beschreiben ihn als zurückhaltend, aber voller Energie, heiter, hochintelligent, offen und immer bestrebt, eine familiäre Atmosphäre in seiner Umgebung zu schaffen.
Offenbar war er schon damals eine "Nachteule", wie der Augustinerpater Giovanni Lenzi aus der Zeit am Augustinerkolleg Santa Monica berichtet. Jeden Abend hätten sie sich auf Lenzis kleinem Schwarz-Weiß-Fernseher die satirisch-musikalische Sendung "Quelli della Notte" angesehen. Nach Mitternacht ging er selbst zu Bett, während Prevost in seinem Zimmer weiterstudiert habe. "Er lernte bis drei oder vier Uhr morgens und stand dann um sechs Uhr wieder auf. Ich nicht."
Glänzender Autofahrer - oder "Vorsehung"?
Mut und Übersicht bewies Prevost auf den matschigen Straßen im Hochland von Peru, wie Pater Gianfranco Casagrande schildert. "Prevost saß am Steuer und nahm eine Kurve, doch wegen des Schlamms drehte sich der Kleinbus um die eigene Achse, rutschte den Abhang hinunter in Richtung Schlucht. Alle schrien, während er mit großer Ruhe weiter versuchte, die Kontrolle zu behalten."
Dann sei da ein Felsvorsprung aufgetaucht, den Prevost ansteuerte. "Gott sei Dank blieb der Van daran hängen", so Casagrande. "Die Vorsehung hat offenbar schon damals gewusst, dass der Fahrer in dem Kleinbus der Nachfolger des heiligen Petrus werden sollte."