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'Elijah'-Sozialprojekt für Roma in Rumänien - Pater Georg Sporschill SJ
Buchneuerscheinung
Bild Copyright: © ELIJAH Soziale Werke

Romakünstler schuf Graphic Novel über Georg Sporschills Leben

04.07.2026 10:10
Österreich/Rumänien/Comic/Hilfsorganisation/Kirche/Sporschill/Orden/Roma
Anlass für das Buch "Moise - Mein Leben mit Pater Georg" des ehemaligen Straßenkindes ist 80er des vor allem auf dem Balkan sozial vielfach engagierten österreichischen Jesuiten
Hermannstadt, 04.07.2026 (KAP) Ein ehemaliges Straßenkind aus einem rumänischen Romadorf, Florin Moise, hat zum bevorstehenden 80. Geburtstag des Vorarlberger Jesuiten P. Georg Sporschill eine Graphic Novel gezeichnet und getextet. Der Band "Moise - Mein Leben mit Pater Georg" ist jetzt im Wiener Verlag für moderne Kunst (www.vfmk.org) erschienen. Die Übergabe des Buches an Sporschill durch die am Zustandekommen Beteiligten erfolgte am Freitag, 3. Juli, im Rahmen des vom Hilfswerk "Elijah" organisierten regionalen Roma-Festivals "Rabentanz" (Dansul Corbilor) in Rosia bei Sibiu/Hermannstadt in Rumänien.

Florin Moise erzählt mit viel Witz über die Kindheit und Jugend des Ordensmannes, über seine erste Begegnung mit ihm 1991 am Bukarester Nordbahnhof, beschreibt "Concordia"-Hilfsprojekte in und um Bukarest, die vielen Straßenkindern Halt gaben. Moise selbst allerdings nahm zunächst Reißaus und schloss sich später Georg Sporschills und Ruth Zenkerts Neuanfang mit dem Verein "Elijah" in den Romadörfern bei Sibiu ab 2011 an. Viele der gezeichneten bzw. gemalten Episoden ließ sich Moise erzählen, darunter den Beginn der jahrzehntelangen Zusammenarbeit von Sporschill mit der Religionspädagogin Zenkert im Zuge eines Bibelkurses in Israel, an den in einem der humorvoll illustrierten Kapitel ebenfalls erinnert wird.

"Hier erzähle ich von meinem besten Freund, Pater Georg", so Moise in der Einleitung seiner Graphic Novel: "Er ist für mich ein Vater geworden. Meinen eigenen Vater habe ich nie gesehen. Gott soll ihm die ewige Ruhe schenken! Pater Georg ist in mein Leben geflogen. So wie der Storch Kinder zu Familien bringt, hat er den Pater aus Österreich nach Rumänien gebracht. Für die Kinder und armen Menschen."

Und weiter: "Im Jahr 1991 kam Pater Georg aus Wien an den Nordbahnhof in Bukarest. Wir waren wilde Kinder, hatten Hunger, waren krank und schmutzig, mit Flöhen und Läusen. Wir haben gespürt, dass der Pater uns mag. Er hatte keine Angst. Kein anderer Mensch hat gewagt, uns zu berühren."

Initiatorin des Buchs war die Wiener Fotografin und Autorin Nora Schoeller. Sie hatte den jungen Roma 1994 am Nordbahnhof kennengelernt, als Jugendlichen, der in Sporschills Anlaufstelle auftauchte. Inzwischen sei der Jesuit mit seinen Projekten für die, die am dringendsten Hilfe bräuchten, "viel Großartiges gelungen", so Schoeller bei der Präsentation: "Wir feiern mit diesem Buch Georgs Geburtstag, die vielen Erfolge, die vielen Jahre unserer Freundschaft. Und wir feiern Moise, Ruth und alle, die Georgs Werk unterstützen."

80. Geburtstag am 26. Juli

Dem am 26. Juli 1946 in Feldkirch geborenen Georg Sporschill waren seit seiner Studienzeit "die Schwierigen ans Herz gewachsen". Er trat mit 30 in den Jesuitenorden ein, war Redakteur der Zeitschrift "Entschluss", Motor einer großen Jugendbewegung und organisierte in Wien das Caritas-Jugendhaus in der Blindengasse, den Canisibus zur Essensverteilung an Armuts-Hotspots sowie das sozialökonomische Arbeitsmarktprojekt "Café Inigo" in der Wiener Innenstadt.

Der Orden sandte ihn 1991 nach Rumänien. Bis 2011 leitete Sporschill den Verein "Concordia", der sich der Arbeit mit Straßenkindern in mehreren Ländern Osteuropas widmet. Er übergab die Leitung an ein neues Team, mit dem Ziel, "in das Milieu zu gehen, wo die Straßenkinder herkommen - zu den überforderten und verwahrlosten Roma-Familien", wie Georg Sporschill erklärte. Leitfrage war für ihn: "Wo werde ich gebraucht, wo ist die Not am größten?" Deshalb ging er in die Roma-Dörfer des siebenbürgischen Harbachtals im Umland von Sibiu, wo er bis heute lebt. In einer der Gemeinden startete er im Winter 2011/2012 mit Ruth Zenkert ein Roma-Projekt, das auf den biblischen "Feuerpropheten" Elijah Bezug nimmt.

Heute betreibt der Verein "Elijah" u.a. vier Sozialzentren, Musikschulen, Jugendklubs, Nachmittagsbetreuung, Nachhilfe, Ausbildungs- und Arbeitsprojekte, ein Schülerwohnheim, ein Mutter-Kind-Haus, ein Streetwork-Projekt in Bukarest und Hilfe zum Neu- und Umbau von Häusern.

Das Buch "Moise - Mein Leben mit Pater Georg" kann beim Verein Elijah, Lagergasse 1/4, 1030 Wien (Mail: office.wien@elijah.at, Tel: +4319526000), für eine Mindestspende von 30 Euro bestellt werden. (Spendenkonto IBAN: AT66 1630 0001 3019 8724; Vermerk: Elijah bzw. Buch Moise - Mein Leben mit Pater Georg).
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