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Ball der Fußball-WM 2026
Bild Copyright: © Emmanuel Pernsteiner

Vor Fußball-WM-Schlager: Kirchen beten um Fairness statt um Sieg

05.07.2026 12:48
Mexiko/Großbritannien/Kirche/Fußball/FIFA-WM
Am Sonntagabend treffen Veranstalterland Mexiko und England aufeinander - Church of England und Mexikanische Bischofskonferenz darin einig, dass sportlicher Erfolg nicht über allem steht
Mexico/London, 05.07.2026 (KAP) Während Fans weltweit ihren Nationalmannschaften bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko die Daumen drücken, setzen Kirchen bewusst andere Akzente. Statt um Tore und Titel zu bitten, rufen die Kirchenleitungen in England und Mexiko zu Gebeten für Fairness, Respekt und Gemeinschaft auf. Sportlicher Erfolg sei vergänglich, christliche Werte hingegen hätten Bestand, lautet der gemeinsame Tenor. Am Sonntagabend (2:00 MEZ) treffen das bisher makellose Veranstalterland Mexiko und "das Mutterland des Fußballs", England, in einem Achtelfinalschlager des Turniers aufeinander.

Die Church of England veröffentlichte zum Beginn der Weltmeisterschaft ein offizielles WM-Gebet, das den Fußball mit einer Prise britischen Humors und zugleich ernstem geistlichem Anspruch begleitet. Darin wird Gott nicht um Siege für England gebeten, sondern um Freude am Spiel, gegenseitigen Respekt und Gelassenheit - selbst angesichts verschossener Elfmeter oder umstrittener VAR-Entscheidungen. Die Weltmeisterschaft solle Menschen und Nationen verbinden und ein Zeichen dafür sein, dass Wettbewerb und Fairness zusammengehören. Das Gebet endet mit der Bitte, dass alle Beteiligten den Geist der Freundschaft und des Friedens bewahren mögen.

Auch die katholische Kirche in Mexiko, einem der drei Gastgeberländer der WM 2026, vermeidet jede Form sportlichen Nationalismus. Bereits zum Turnierauftakt hatte die Mexikanische Bischofskonferenz dazu aufgerufen, die Weltmeisterschaft als Fest der Begegnung zwischen den Völkern zu verstehen. Wettbewerb dürfe niemals Feindseligkeit fördern, sondern solle gegenseitigen Respekt und den Einsatz für das Gemeinwohl stärken.

Wie in Kirche: Zusammenhalt entscheidend

Vor dem Achtelfinalspiel der mexikanischen Nationalmannschaft gegen England griff der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Ramón Castro Castro, das Fußballgeschehen in einer Predigt auf. "Wir haben Jesus Christus als unseren Kapitän", sagte er und zog eine Parallele zwischen Mannschaftssport und kirchlichem Leben. Wie im Fußball könne auch die Kirche ihre Sendung nur als Team erfüllen. Entscheidend seien Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Ausrichtung auf ein Ziel. Die Botschaft verzichtete bewusst auf Durchhalteparolen oder Siegeswünsche für "El Tri".

Die Stellungnahmen aus England und Mexiko zeigen einen bemerkenswerten Zugang der Kirchen zum Weltsportereignis. Anders als Fans oder Verbände verstehen sie die Weltmeisterschaft nicht in erster Linie als Wettkampf um Pokale, sondern als Gelegenheit, christliche Grundhaltungen sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen Fair Play, Versöhnung und die verbindende Kraft des Sports über nationale Grenzen hinweg.

Damit unterscheiden sich die kirchlichen Botschaften bewusst von patriotischen Erwartungen, die Großereignisse häufig begleiten. Gebetet wird nicht für den Triumph der eigenen Mannschaft, sondern dafür, dass Spieler, Verantwortliche und Fans einander mit Respekt begegnen - unabhängig davon, wer am Ende den Weltmeistertitel gewinnt.
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