Einsatz für vertiefte Beziehungen zwischen Römisch-katholischer Kirche und Ostkirchen
Salzburg, 06.07.2026 (KAP) Das Andreas-Petrus-Werk und das Ostkirchenordinariat wollen künftig enger kooperieren. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Andreas-Petrus-Werk im Anschluss an seine jüngste Generalversammlung in Salzburg veröffentlicht hat. Das Andreas-Petrus-Werk setzt sich seit mehr als 100 Jahren auf vielfältige Weise für vertiefte Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und den katholischen und orthodoxen Ostkirchen ein. Im Ostkirchenordinariat sind alle in Österreich vertretenen katholischen Ostkirchen unter einem Dach vereint. Ordinarius ist Kardinal Christoph Schönborn.
Im Andreas-Petrus-Werk läuft derzeit ein interner Reformprozess, wie künftig dem Grundauftrag noch besser entsprochen werden und Begegnungsmöglichkeiten zwischen römisch-katholischen Christinnen und Christen und Angehörigen von Ostkirchen ermöglicht werden können. Im September soll der Reformprozess bei einer Ideenwerkstatt in Salzburg weitergehen. Das traditionelle Andreas-Petrus-Fest findet heuer am 21. November im byzantinischen Gebetszentrum Salzburg (St. Markus-Kirche) statt. Das Andreas-Petrus-Werk und das Gebetszentrum, das zum Ostkirchenordinariat gehört, laden dazu gemeinsam ein.
Anfänge in 1920er-Jahren
Die Anfänge des Andreas-Petrus-Werkes gehen auf die 1920er-Jahre zurück. 1921 wurde in Wien von P. Augustinus von Galen das "Ukrainische Religionskomitee" ins Leben gerufen, um die Not der Flüchtlinge aus dem Osten, vor allem aus der Ukraine, zu lindern und ihre seelsorgliche Betreuung sicherzustellen. Aus dem "Ukrainischen Religionskomitee" wurde bald die "Catholica Unio", weil sich das Werk - gemäß dem damaligen Denken - ganz im Dienst der Wiedereingliederung der Orthodoxen in die eine katholische Mutterkirche verstand.
"Catholica Unio" wurde 1924 mit päpstlicher Approbation in den Status einer "Vereinigung des Heiligen Stuhles" erhoben. Während des Zweiten Weltkriegs erloschen die Aktivitäten vollständig, zur Wiederbegründung der "Catholica Unio" kam es 1951/52 in Salzburg. Im Laufe der Jahre wurde deutlich, dass es bei den Aktivitäten und Zielen der Organisation nicht mehr um eine "Rückkehr-Ökumene" in die Katholische Kirche gehen kann.
1999 erhielt das Werk mit der Approbierung neuer Statuten durch die Österreichische Bischofskonferenz auch einen neuen Namen: "Andreas-Petrus-Werk". Der Name knüpft an die Patrone und Symbolgestalten der West- und Ostkirche, das apostolische Brüderpaar Andreas und Petrus, an. In der Bischofskonferenz ist aktuell der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer für die Agenden des Werkes zuständig.
Ostkirchenordinariat in Österreich
Das Ostkirchenordinariat in Österreich zählt rund 20.000 Gläubige unterschiedlicher Kirchen. Dem Ordinariat gehören derzeit rund 85 Priester an. Es gibt die Zentralpfarre St. Barbara in Wien und rund 35 Seelsorgestellen, verteilt auf ganz Österreich.
Die Ukrainische Griechisch-katholische Kirche ist die mit Abstand größte byzantinische katholische Ostkirche in Österreich. Es gibt zudem auch Gemeinden der Rumänischen, Slowakischen und Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche sowie vereinzelt Gläubige der Griechisch-katholischen Kirche in Ungarn, der Griechisch-katholischen Kirche in Serbien (Eparchie Sankt Nikolaus Ruski Krstur) sowie der griechisch-katholischen Eparchie von Mukachevo (Ukraine).
Zu den byzantinischen katholischen Ostkirchen kommen in Österreich auch noch einige orientalische katholische Ostkirchen (Maronitische Kirche, Armenisch-Katholische Kirche, Chaldäische Kirche, Syro-Malankarische Kirche, Syro-Malabarische Kirche, und äthiopisch-katholische Kirche).