Moldau: Neuer orthodoxer Bischof für heikle Kirchenprovinz
06.07.202612:31
Moldawien/Kirche/Konflikte/Orthodoxie/Personalia
Antonie (Telembici) neuer Erzbischof von Chisinau und Metropolit von Bessarabien - Seine Kirche steht in Konkurrenz zur Moldauischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats
Bukarest/Chisinau, 06.07.2026 (KAP) Die Rumänisch-orthodoxe Kirche in der Republik Moldau hat ein neues Kirchenoberhaupt. Der Hl. Synod in Bukarest wählte den bisherigen Bischof von Balti, Antonie (Telembici), zum neuen Erzbischof von Chisinau und Metropoliten von Bessarabien. Er leitet damit künftig eine Kirchenprovinz, die sich in einem äußerst heiklen innerorthodoxen und geopolitischen Umfeld befindet.
Bischof Antonie (63) wurde 1963 in Moldau geboren. Seine theologische Ausbildung absolvierte er in Rumänien, seit 1995 übte er verschiedene Führungsfunktionen in der Metropolie von Bessarabien aus und spielte laut Aussendung des Bukarester Patriarchats "eine aktive Rolle bei der Reorganisation und Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens in der gesamten Kirchenprovinz". Im Mai 2014 wurde er zum Weihbischof für die Metropolie von Bessarabien gewählt und im gleichen Monat auch in Bukarest zum Bischof geweiht. 2018 wurde er Bischof von Balti in Moldau.
Rücktritt unter dubiosen Umständen
Antonie folgt auf Metropolit Petru (Paduraru). Der 79-jährige war Anfang Juni zurückgetreten bzw. hatte der Synod der Rumänisch-orthodoxen Kirche das Rücktrittsgesuch des Metropoliten angenommen. Der Rücktritt war vom Auftauchen von Sex-Videos begleitet worden, die den Geistlichen zeigen sollen. Die Angelegenheit bleibt bis heute dubios, der Metropolit soll laut Medienberichten auch erpresst worden sein. Vonseiten der rumänisch-orthodoxen Kirchenleitung hat man sich jedenfalls bis heute dazu nicht öffentlich geäußert.
Metropolit Petru leitete seit 1995 die Rumänisch-orthodoxen Kirche in der Republik Moldau. Nach der Unabhängigkeit der Republik Moldau hat die Rumänisch-orthodoxe Kirche im Jahr 1992 die orthodoxe Metropolie von Bessarabien mit Sitz in der Hauptstadt Chisinau wiedererrichtet, zu der ein Fünftel bis ein Drittel der orthodoxen Kirchengemeinden Moldaus gehören.
Die Bessarabische Metropolie steht in Konkurrenz zur Moldauische Orthodoxen Kirche, die zum Moskauer Patriarchat gehört und der die Mehrheit der Orthodoxen Moldaus angehören. Die Bessarabische Metropolie, die weiter anwächst, fährt einen europafreundlichen Kurs ganz im Sinne der aktuellen moldauischen Regierung.