Ministerpräsident Netanjahu behauptete zuletzt, dass einige christliche Dörfer im Südlibanon um eine Angliederung an Israel gebeten haben
Beirut, 06.07.2026 (KAP/KNA) Die Behauptung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, christliche Dörfer im Südlibanon wünschten sich eine Angliederung an Israel, sorgt für Dementi. "Kein Dorf im Süden hat einen solchen Antrag gestellt", erklärte der Bürgermeister eines der größten dieser Dörfer, Rmeisch, Hanna al-Amil, laut libanesischen Medienberichten von Montag.
Al-Amil bezeichnete eine israelische Annektierung der christlichen libanesischen Dörfer in Grenznähe als "absolut undenkbar", meldete die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). 15 weitere Dörfer hätten die Aussagen Netanjahus bereits in einer gemeinsamen Erklärung als falsch zurückgewiesen.
Netanjahu: Schutz für Christen
Netanjahu hatte die Christen in Nahost in einem Interview mit dem US-amerikanischen Sender Fox News als Freunde Israels bezeichnet und erklärt, Israel kümmere sich um seine Freunde und schütze die Christen in Nahost. Mehrere christliche Dörfer im Libanon hätten um "Annektierung" gebeten, damit Israel sie vor der Hisbollah schütze. "Hisbollah sind Fanatiker, die sie töten wollen", so Netanjahu.
Der Regionaldirektor der Päpstlichen Mission für Libanon, Syrien, Irak und Ägypten, Michel Constantin, hatte jüngst in einem KNA-Gespräch vor einer prekären Lage der im Südlibanon verbliebenen rund 5.000 Christen sowie vor der Gefahr eines Bürgerkriegs durch erhebliche Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen innerhalb der libanesischen Gesellschaft gewarnt.
Fragile Waffenruhe in Nahost
Trotz einer seit Juni geltenden Waffenruhe setzt Israel seine Angriffe auf die Hisbollah im Libanon fort und hält an einer Pufferzone im Südlibanon fest. Ein kürzlich von den USA vermitteltes Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel sieht einen Rückzug Israels unter der Bedingung vor, dass die Hisbollah entwaffnet wird.