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Petrusbruderschaft rechnet nicht mit Zulauf aus Piusbruderschaft

07.07.2026 11:23
Schweiz/Deutschland/Vatikan/Kirche
Pater Conrad: "Ich fürchte, die soziale 'Bubble' ist schon zu gefestigt" - Gesprächskanäle offen halten
Bonn, 07.07.2026 (KAP/KNA) Nach dem Bruch der traditionalistischen Piusbrüder mit dem Papst rechnet die papsttreue Petrusbruderschaft nicht mit einem nennenswerten Zustrom neuer Mitglieder. "Es ist natürlich zu hoffen, dass manche den Weg ins Schisma nicht mitgehen", sagte der Präsident des akademischen Rates der Petrusbruderschaft, Pater Sven Conrad, dem Internetportal katholisch.de (Dienstag). "Aber ich fürchte, die soziale 'Bubble' ist schon zu gefestigt."

Die Piusbrüder lehnen zentrale Kirchenreformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Sie sind gegen die Anerkennung der Religionsfreiheit und des ökumenischen Dialogs mit anderen Kirchen. Zudem beharren sie auf alten Formen des Gottesdienstes.

In der vergangenen Woche hatten die Piusbrüder Bischofsweihen durchgeführt - die der Vatikan ausdrücklich untersagte. Daraus folgte für die Beteiligten die Exkommunikation. Eine Mitteilung der vatikanischen Glaubensbehörde vom 2. Juli und mehrere Erklärungen aus dem Vatikan dehnten die Exkommunikation auch auf die knapp 800 Priester der Bruderschaft St. Pius X. (FSSPX) aus.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) wiederum wurde 1988 auf Initiative von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) gegründet. Sie soll traditionalistischen Katholiken eine Heimat bieten und sie in die Kirche integrieren.

Gesprächskanäle offen halten

"Leider werden wir auch nach 40 Jahren von manchen innerhalb der Kirche immer noch als theologisch und kirchenpolitisch identisch mit der Piusbruderschaft betrachtet", beklagte Conrad. Dabei habe die Petrusbruderschaft immer wieder betont, das Zweite Vatikanische Konzil "im Lichte der gesamten Tradition der Kirche" anzunehmen.

Dazu gehöre eben auch die Kirche von heute und das Lehramt von heute, sagte der Präsident des akademischen Rates der Petrusbruderschaft. Traditionalismus hingegen sei eine Ideologie geworden. "Am Anfang stand eine wichtige Überzeugung: Das Lehramt von heute richtet sich nicht kontradiktorisch zur gesamten Tradition. Die Ideologie nun trennt die Tradition vom aktuellen Lehramt und verurteilt es", erläuterte der Geistliche. Insofern sei er mit der Einordnung der Petrusbruderschaft als traditionalistisch "alles andere als glücklich".

Auf die Frage, ob er Möglichkeiten der Versöhnung zwischen den Piusbrüdern und dem Vatikan sehe, antwortete Conrad: "Man sollte unbedingt immer versuchen, Gesprächskanäle wieder zu eröffnen und offen zu halten. Die ganze Sache hat ja auch eine große Tragik."

(Website: Petrusbruderschaft: www.fssp.org/de/)
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