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"Trompete von Jericho" geht an deutsche Ordensfrau Rath

08.07.2026 07:48
Österreich/Deutschland/Kirche/Reformbewegungen/Auszeichnung
Österreichische Kirchenreform-Bewegungen zeichnen am 16. Oktober deutsche Benediktinerin Sr. Philippa Rath aus, die sich für Öffnung der Weiheämter für Frauen einsetzt - Auch Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau werden ausgezeichnet
Wien, 08.07.2026 (KAP) Der heuer zum sechsten Mal verliehene Preis der österreichischen Kirchenreform-Bewegungen, die "Trompete von Jericho", geht in diesem Jahr an die deutsche Benediktinerin Sr. Philippa Rath von der Hildegard-Abtei in Rüdesheim-Eibingen und eine Gruppe von neun Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau. Die Auszeichnung stehe heuer ganz im Zeichen der Ebenbürtigkeit von Frauen und Männern, was sich auch im Zugang zu kirchlichen Ämter zeigen müsse, wie es hieß. Der Preis wird von den Bewegungen Wir sind Kirche, Pfarrerinitiative, Laieninitiative und Priester ohne Amt verliehen. Die Verleihung findet am 16. Oktober, 17 Uhr, in Enns im Pfarrzentrum St. Laurenz statt.

Sr. Philippa Rath setze sich seit Jahren entschieden dafür ein, dass die kirchlichen Weiheämter für Frauen geöffnet werden. Etwa durch ihre vielen Bücher, aber auch im Synodalen Weg und im Zentralkomitee der deutschen Katholiken setze sich Sr. Philippa für die Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche ein. Die Laudatio für die Ordensfrau hält der Jesuit P. Andreas Batlogg.

Die ausgezeichnete Gruppe der Theologiestudentinnen der Universität Freiburg im Breisgau hatte sich im Frühjahr 2025 offiziell um Aufnahme ins dortige Priesterseminar beworben. Medienwirksam hätten sie damit öffentlich gemacht, "dass sie sich zum Priestertum berufen fühlen und in der katholischen Kirche Priesterinnen werden wollen", wie es vonseiten der Reformbewegungen heißt. Die Laudatio für die neun Theologiestudentinnen hält die Schweizer Seelsorgerin Monika Schmid, selbst frühere Preisträgerin der "Trompete von Jericho".

Kirchenvolkskonferenz über Ämterfrage

Am Tag nach der Preisverleihung findet am gleichen Ort die diesjährige Kirchenvolkskonferenz statt, die von der Pfarrer-Initiative ausgerichtet wird und der Ämterfrage gewidmet ist. Die ungelösten Probleme bezüglich des Ausschlusses der Frauen vom Priesteramt und auch bezüglich des Pflichtzölibates seien nur zwei Aspekte, durch die die derzeitige Form des Priesteramtes immer mehr unter Druck komme, heißt es in einer Ankündigung. Auch die monarchische Konzentration aller Vollmachten in einer Person erscheine vielen nicht mehr zeitgemäß und lebbar. Wegen des großen Mangels an nachrückenden Priestern würden zunehmend priesterliche Dienste ausgegliedert und nicht-geweihten Getauften übertragen, allerdings "notlösungsartig und ohne angemessene theologische Reflexion". Es sei deshalb an der Zeit, "das kirchliche Amt neu zu denken und zu gestalten: von den Gemeinden her, aus der Taufberufung entwickelt und synodal ausgerichtet."

Verantwortlich für die Kirchenvolkskonferenz zeichnet Pfarrer Helmut Schüller, Hauptreferent ist der deutsche emeritierte Professor für Systematische Theologie Thomas Ruster, der vor einigen Jahren dem Thema sein Werk "Balance of Powers. Für eine Neugestaltung des kirchlichen Amtes" gewidmet hat. Auf dem Programm stehen auch Gesprächskreise und ein abschließender Gottesdienst.
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