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aktion leben fordert flankierende Maßnahmen für Social Egg Freezing

09.07.2026 14:51
Österreich/Kirche/Politik/Reproduktionsmedizin/Gesetz/Familienplanung
Altersgrenzen, aussagekräftige Begleitforschung , Werbeverbot und Beratungsangebot für Verfahren der Reproduktionsmedizin laut Schwangerenberatungsstelle unabdingbar
Wien, 09.07.2026 (KAP) Für aktion leben österreich braucht es für das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ohne medizinischen Grund, das in Österreich ab dem 1. April 2027 möglich sein soll, flankierende Maßnahmen. Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hob das bisherige Verbot im Oktober 2025 auf. Die Regierung arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf. Die Schwangerenberatungsstelle warnt vor den Nachteilen, die beim Tieffrieren der Eizellen mit "den neuen Freiheiten" für Frauen und Kinder einhergingen, und empfiehlt Maßnahmen, "um unrealistische Erwartungen und Druck auf Frauen möglichst zu vermeiden", betont Helene Göschka, Bioethik-Expertin von aktion leben österreich, in einer Aussendung am Donnerstag.

"Altersgrenzen, um späte, riskante Schwangerschaften zu vermeiden, sind wichtig, ebenso eine aussagekräftige Begleitforschung und verlässliche Daten über die Praxis, damit Frauen sich informieren und tragfähige Entscheidungen treffen können", empfiehlt die Expertin. Schließlich sei das Kosten-Nutzen-Verhältnis, also der Mitteleinsatz in Relation zur Wahrscheinlichkeit einer Geburt, sehr ungünstig. Förderungen für Social Egg Freezing mit öffentlichen Mitteln lehnt aktion leben daher ab. "Auch das demografische Problem wird diese Technik nicht lösen. Die ohnehin begrenzten Mittel können im Gesundheitsbereich besser eingesetzt werden", so Göschka.

Werbeverbot und Beratungsangebot

Zudem fordert aktion leben österreich ein wie in anderen Ländern übliches Werbeverbot sowie ein flächendeckendes, unabhängiges Beratungsangebot für Frauen, hieß es weiter. "Social Egg Freezing ist der teuerste und unsicherste Weg zum Kind. Späte Elternschaft, vielleicht in Kombination mit Single-Elternschaft, falls diese mit beschlossen wird, wirft viele sehr weitreichende Fragen auf", so Göschka. Frauen sollten hier eine kundige Anlaufstelle haben, "die ergebnisoffen, professionell und empathisch berät". Dies dürfe nicht mit wirtschaftlichen Interessen an Social Egg Freezing verbunden sein.

Der einseitige Fokus auf technische Lösungen verstelle den Blick auf dahinterliegende Probleme: "Würden junge Menschen ihre Berufs- und Lebenspläne besser mit Elternschaft verbinden können, hätten wir weit weniger Bedarf an so teuren und unsicheren Methoden wie Social Egg Freezing", zeigte sich Göschka überzeugt. Es brauche hingegen vielmehr einen Schwerpunkt auf eltern- und familienfreundliche Strukturen und Rahmenbedingungen.

Das österreichische Gesundheitsministerium, das für den Gesetzesentwurf zuständig ist, betonte am Montag die Entscheidungsfreiheit der Frau bei gleichzeitigem Schutz dieser vor "sozialem und beruflichem Druck". Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) sprach sich für eine mögliche Altersgrenze zwischen 45 und 50 Jahren für das Einsetzen der Eizellen aus.

aktion leben

aktion leben österreich ist ein überkonfessioneller, überparteilicher karitativer Verein, der sich vorwiegend aus privaten Spenden finanziert. Neben der Beratung und Unterstützung von schwangeren Frauen engagiert sich aktion leben auch in der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie in der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu bioethischen Fragen.(Info: www.aktionleben.at)
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