Salzburger Hochschulwochen widmen sich dem Thema Identität
13.07.202607:07
Österreich/Kirche/Wissenschaft/Universität
Traditionsreiche Sommeruniversität beleuchtet ab 3. August "Superkraft und Problemzone" - Franziskus-Schwerpunkt und hochkarätige Referenten aus Theologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Soziologie
Salzburg, 13.07.2026 (KAP) Mit der Frage "Wer wir sind und sein wollen" befassen sich die Salzburger Hochschulwochen (3.-9. August) unter dem Titel "Identität: Superkraft und Problemzone". Thematisiert werden u. a. "Identity politics", die gesellschaftliche Diskurse und Fragen individueller Lebensführung prägen - so auch die Haltung zu Themen wie Künstlicher Intelligenz, autoritären Tendenzen oder dem Klimawandel. Unter den Vortragenden sind der renommierte Soziologe Andreas Reckwitz, der Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch, der Astrophysiker Franz Kerschbaum und der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz. Außerdem wird auch das franziskanische Jubiläumsjahr (800. Todestag des hl. Franziskus) thematisch berücksichtigt.
"Identitätsfragen sind Schlüsseldiskurse in einer Welt, die sich zwischen Krise und Innovation neu ordnet. Je unruhiger die Zeiten, desto drängender ist die Frage: Wer sind wir?", so der Theologe und Obmann der Salzburger Hochschulwochen Martin Dürnberger. Auf diese Fragen eine Antwort zu haben, sei eine "Superkraft eigener Art". Auch welche Haltung Menschen zu den großen Themen der Zeit haben, hängt maßgeblich davon ab, wie sie sich selbst verstehen. Identitätsfragen zu stellen, sei darum essenziell. Dem würden die Hochschulwochen nachkommen.
Franziskus-Schwerpunkt
Anlässlich des 800. Todestags von Franz von Assisi werden Identitätsfragen auch in den Franziskusquellen aufgegriffen. So wird der Kapuziner Br. Stephan Walser (Bonn) über Identitätssuche bei Franz von Assisi referieren (3. August). Die Franziskanerin Sr. Jakoba Zöll (Bonn) wiederum rekonstruiert in einem Workshop (3. August), wie Franziskus wurde, wer er ist - in der Bibliothek des Kapuzinerklosters am gleichnamigen Kapuzinerberg. Dazu passend bieten die Salzburger Hochschulwochen eine Reihe von speziellen Führungen an: zum einen durch die Domquartier-Sonderausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" und zum anderen durch das Franziskaner- sowie das Kapuzinerkloster.
Der Berliner Soziologe Andreas Reckwitz stellt die Identitätsfrage als Frage danach, was wir erben: "Wie gehen wir mit unseren vielfältigen Erbschaften gesellschaftlich und individuell um?" Die neue Salzburger Dogmatikerin Franca Spies fragt im Anschluss nach katholischen Identitäten - eine Frage, die gerade zuletzt neu politische Brisanz erhalten habe, hieß es in der Ankündigung zu den Eröffnungsvorlesungen am 3. und 4. August.
Existenzielle Fragen
Psychologisch und politikwissenschaftlich widmen sich dem Generalthema Identität am 5. und 6. August die Psychologin Isabel Thielmann (Max-Planck-Institut, Freiburg) und der Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch (Universität Salzburg). Thielmann wird laut Newsletter-Ankündigung der Frage nachgehen, "wie wir unser moralisches Selbstbild aufrechterhalten und mit Widersprüchen zwischen diesem Bild und unserem tatsächlichen Verhalten umgehen". Heinisch wiederum beschäftigt sich mit geopolitischen Entwicklungen, die nicht nur Europa vor die Frage stellten, wer es eigentlich ist und sein will. Zudem referiert er über Präsident Donald Trumps politische Revolution in den USA und deren Auswirkungen.
Existenzielle Fragen und die Entstehung des Menschen sind am 7. und 8. August Thema. Der Bonner Philosoph Michael Zichy wird die Sinnfrage stellen und dabei argumentieren, dass die Frage nicht ins Subjektive führe, sondern eine klare Antwort zulasse. Der Wiener Astrophysiker Franz Kerschbaum fragt im Anschluss nach dem Ursprung des Menschen im Universum und danach, was kosmologische Einsichten für das menschliche Selbstverständnis bedeuten.
Kultur-Highlight
Ein besonderes Highlight bei den Salzburger Hochschulwochen ist zudem das Format "meet the Artist" am 6. August. Von 13 bis 14.30 Uhr besucht der Schauspieler Jens Harzer zu einem moderierten Künstlergespräch die Hochschulwochen. Er spielt in diesem Jahr bei den Salzburger Festspielen im Stück "Schnee von gestern, Schnee von morgen" - eine Uraufführung von Peter Handke.
Die Salzburger Hochschulwochen zählen zu den renommiertesten und traditionsreichsten Sommeruniversitäten im deutschen Sprachraum und locken jährlich rund 1.000 Studierende und Interessierte zu einer "smarten Sommerfrische" mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen. Begleitet werden die Tage von ökumenischen Gebeten und morgendlichen Eucharistiefeiern. Am 9. August um 8.30 Uhr feiert der Salzburger Erzbischof Franz Lackner einen Festgottesdienst mit den Besucherinnen und Besuchern im Salzburger Dom. (Info: https://www.salzburger-hochschulwochen.at/home)
Renommierte Sommeruniversität zeichnet Ordensfrau und Befreiungstheologin aus - Verleihung am 5. August in Salzburg - Hochschulwoche heuer zum Thema "Wer wir sind und sein wollen - Identität: Superkraft und Problemzone"