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Heiner Wilmer
Bild Copyright: © Harald Oppitz/KNA

Bischof Wilmer ruft zu mehr Dialog und Empathie auf

11.07.2026 16:04
Deutschland/Kirche/Gesellschaft/Partei
Die Gesellschaft sei gespalten, daher müsse man zuhören und miteinander reden, sagt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Was die Kirche dazu aus seiner Sicht beitragen kann.
Münster , 11.07.2026 (KAP/KNA) Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, ruft zu mehr Dialog und Empathie auf. In einer zunehmend polarisierten Gesellschaft müssten die Menschen stärker aufeinander hören, sagte er laut einer Mitteilung der Diözese Münster bei einer Veranstaltung am Freitag. "Wie gelingt es uns als Kirche, Raum und Zeit zur Verfügung zu stellen, damit Menschen neu hören - auf sich selbst, auf den anderen und auf den je Größeren?", fragte der Bischof. Darin sehe er einen wichtigen Auftrag der Kirche.

Angesichts von oft mangelnder Empathie und Menschen, die Mitgefühl als Schwäche abwerteten, warb Wilmer dafür, der jüdisch-christlichen Tradition neu Gehör zu verschaffen. Sie erinnere daran, dass Gott den Menschen in seiner ganzen Verletzlichkeit ernst nehme - "mit Weinen, mit Lachen, mit Erfahrung, mit Empathie, mit Zorn, mit Liebe".

Der Bischof von Münster äußerte sich auf einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Verantwortung für eine Gesellschaft in Unruhe" in der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster. Mit dabei waren auch die Moraltheologin Katharina Klöcker aus Erfurt und die Düsseldorfer Staatsrechtlerin Charlotte Kreuter-Kirchhof.

Kirche soll Menschen zusammenbringen

Diese unterstrich laut der Mitteilung die Bedeutung des Zuhörens auch für Demokratie und Rechtsstaat. Demokratie lebe davon, dass Menschen Gehör fänden und unterschiedliche Positionen im Gespräch blieben. Es brauche Orte, die Menschen zusammenbrächten. Es gehöre zur gesellschaftlichen Aufgabe der Kirchen, solche Räume zu eröffnen und damit zum Zusammenhalt beizutragen.

Ähnlich äußerte sich Klöcker, die das Zuhören den Angaben zufolge als eine Grundvoraussetzung demokratischen Zusammenlebens bezeichnete. Demokratie brauche "Hellhörigkeit" - also die Bereitschaft, Zwischentöne wahrzunehmen, Unsicherheiten auszuhalten und sich immer wieder selbst zu hinterfragen.

AfD - "Wir müssen darüber reden"

Mit Blick auf die AfD betonte Wilmer, dass die Grundlage christlichen Handelns die gleiche Würde aller Menschen sei. Die Kirche müsse Stellung beziehen und den Diskurs suchen: "Wir müssen reagieren. Wir müssen darüber reden."

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte 2024 die Erklärung "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" veröffentlicht. Darin nannten die katholischen Bischöfe ausdrücklich die AfD und stuften sie als nicht wählbar für Christinnen und Christen ein.

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