Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen - Kritiker berufen sich auf Papst
11.07.202616:13
Italien/Umwelt/Tier/Tourismus
Eine Erlaubnis zur Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen löst in Italien Kritik aus
Rom, 11.07.2026 (KAP) Hitzige Debatte um die Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen: Weil die norditalienische Provinz Trient diese Methode zur Bestandsregulierung ab 2027 erlaubt hat, hagelt es nun Kritik. "Unsere Region ist ein zutiefst christliches Gebiet, aber die Regionalregierung hört nicht auf den Heiligen Vater, der sagt, man solle die Schöpfung schützen", brachte Senatorin Michaela Biancofiore den Papst ins Spiel.
In der Lombardei und in Venetien ist die Methode bereits erlaubt, um die wachsende Wildschweinpopulation einzudämmen. Die Tiere richten immer mehr Schäden in der Landwirtschaft an, können die Afrikanische Schweinepest verbreiten und dringen in die Städte vor. Umweltschutzexperten sehen in der Jagd mit Pfeil und Bogen eine präzise, lautlose und umweltfreundliche Alternative zum Gewehr. Dadurch werden weder anderes Wild noch Menschen in der Umgebung durch Schüsse aufgeschreckt.
Touristen müssten sich keine Sorgen um "herumfliegende Pfeile in den Wäldern machen", sagte der Vorsitzende des Trentiner Jagdverbands, Matteo Rensi, der Zeitung "Il Dolomiti" am Samstag. Die Abschüsse fänden ausschließlich spätabends oder nachts statt. Außerdem erfolge der Einsatz des Bogens bei kurzen Entfernungen zum Ziel - bei höchstens 50 Metern: "Der Jäger sieht, wohin er den Pfeil schießt."
Der Einsatz von Pfeil und Bogen ist in Trient Jägern vorbehalten, die bereits für die Wildschweinkontrolle zugelassen sind und einen zusätzlichen Kurs absolviert haben. Rund 100 Jäger sollen die neue Jagdmethode anwenden dürfen.