Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Paul M. Zulehner
Theologie
Bild Copyright: © kathbild.at/Rupprecht

Zulehner: Vatikan-Predigtverbot für Laien wird nichts nützen

14.07.2026 10:30
Österreich/Deutschland/Kirche/Reformen/Predigtverbot/Laien/Zulehner
Pastoraltheologe in "Kirche In"-Interview: "Vielfach hat sich die Predigt durch kompetente Laien bewährt"
Wien, 14.07.2026 (KAP) Kritisch kommentiert der Pastoraltheologe Prof. Paul Zulehner die jüngste vatikanische Bestätigung des Predigtverbots für Laien in katholischen Eucharistiefeiern. Im Interview mit dem Magazin "Kirche In" (Juli/August-Ausgabe) zeigt sich Zulehner überzeugt, dass ein solches Verbot langfristig nichts nützen werde. Er beurteilte aber auch die Vorgehensweise der deutschen Bischöfe, die sich mit einer entsprechenden Anfrage an Rom gewandt hatten, als ungeschickt.

Es könnte sein, so Zulehner, dass es eine Entwicklung wie bei den Ministrantinnen geben werde. "Diese waren auch verboten, aber dienten zumeist weiter am Altar. Heute stoßen sich nur noch wenige daran, dass Frauen als Messdienerinnen im Altarraum auftauchen. Manche Dinge entwickeln sich einfach. Die Steuerungsversuche vatikanischer Behörden sind nur mehr begrenzt wirksam."

Die deutsche Bischofskonferenz sei vielleicht zu optimistisch gewesen, als sie die Anfrage nach Rom gerichtet hatte. Sie hätte nach Meinung Zulehners einfach den Entwicklungen in den Gemeinden vertrauen können und gar nichts fragen sollen. Ihm sei nicht bekannt, so der Wiener Pastoraltheologe, "dass eine solche antiquierte Anfrage von einer anderen Bischofskonferenz gestellt worden ist".

Gottesdienstentwöhnungsmaßnahme

Zulehner ortet in der Causa mehrere Aspekte: "Da steht zuerst einmal fest, dass für die meisten Kirchgänger (wie auch ich oft gerne einer bin und mit dann in die letzte Bank setze, um mitzufeiern) die Qualität der Predigt zu wünschen übrig lässt." Das belege auch eine kürzlich durchgeführte Studie an der Universität Wien. Die Predigt erscheine als eine Art "Gottesdienstentwöhnungsmaßnahme", so der Theologe. Nachsatz: "Ich gestehe, dass ich mich nicht selten mit autogenem Training über eine Predigt hinwegretten muss." Es sei ziemlich schräg und weltfremd zu meinen, die Predigt wirke allein schon dadurch, dass der Prediger ordiniert sei.

Sodann gebe es ein Sprachproblem bei nicht wenigen Priestern, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Dabei wisse er, so Zulehner, "dass manche von diesen besser predigen als manch einer aus unserem Kulturkreis. Aber die unerfreulichen Fälle überwiegen."

Was wirklich von sich aus wirke, sei das verkündigte Wort Gottes - "darum soll eine ordinierte Person es vortragen. Aber die Homilie, die sich viel zu oft in holprigen Nacherzählungen des soeben verkündeten Evangeliums erschöpft?"

Gegen die vielerorts praktizierte Notlösung, dass Laientheologinnen und -theologen predigen, wenn der Priester alt und gebrechlich ist, ist laut Zulehner nichts einzuwenden. Es gelte abzuwägen, "was für das gläubige Feiern und Leben wichtiger ist: Dass überhaupt gepredigt wird oder dass die gläubige Predigt wegen des Mangelns an tauglichen Ordinierten ganz entfällt".

Negative Entwicklung

Allerdings warnt Zulehner vor einer ganz anderen Entwicklung: "Das Problem, dass Laien in Eucharistiefeiern predigen, ist bald vernachlässigbar, weil es bei der derzeitigen Entwicklung absehbar keine Eucharistiefeiern und möglicherweise auch keine Laientheologen mehr geben wird."

Er würde jedenfalls den Bischöfen in Österreich raten, in der Frage nicht aktiv zu werden, so Zulehner: "Vielfach hat sich die Predigt durch kompetente Laien bewährt. Sie ist auch theologisch, soweit mein dogmatisches Wissen reicht, nicht grundsätzlich verwerflich. Die Meinung unter den Fachleuten wie den Bischöfe ist diesbezüglich geteilt. Sonst hätten die deutschen Bischöfe ja gar nicht erst angesucht." Er würde sich auch mehr um gläubige Gemeinden kümmern, "um ein authentisch gelebtes Christentum, ein attraktives Zeugnis, die Förderung der Berufung von Vielen, statt mich in dieser weit nachgeordneten Frage der Laienpredigt zu verheddern".

Die Praxis, also die Normativität des Faktischen, werde langfristig erweisen, "dass ein römisches Verbot nichts nützen wird". Reformen würden meistens von unten beginnen, so der Theologe.

Bischof Wilmer hatte um Sondererlaubnis gebeten

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hatte Ende März eine Anfrage an das Dikasterium für die Gottesdienste und die Sakramentenordnung gestellt. Darin hatte Wilmer eine Sondergenehmigung, ein sogenanntes Indult, beantragt. Es hätte auch nicht geweihten Männern und Frauen mit der entsprechenden theologischen Vorbildung die Predigt in der Messe erlaubt. Die Forderung, ein solches Indult zu beantragen, war einer der zahlreichen Beschlüsse des "Synodalen Wegs" der katholischen Kirche in Deutschland.

Das Ansuchen wurde in einem Bescheid der Vatikanbehörde zurückgewiesen. Das Schreiben des zuständigen Kurienkardinals Arthur Roche vom Dikasterium für die Gottesdienste und die Sakramentenordnung datierte vom 17. Juni.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen