Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz traf von Russland angeheuerte Söldner aus Afrika und Lateinamerika, sowie Soldaten von Russlands Alliierten aus Kuba und Nordkorea
Rom/Lwiw , 14.07.2026 (KAP) Kardinal Matteo Zuppi, Sondergesandter des Papstes im russisch-ukrainischen Krieg, hat Kriegsgefangene im Westen der Ukraine nahe bei Lwiw besucht. Wie die katholische Tageszeitung "Avvenire" (online) am Dienstag berichtete, traf er in dem Lager auch mehrere von Russland angeheuerte Söldner aus Afrika und Lateinamerika, sowie Soldaten von Russlands Alliierten aus Kuba und Nordkorea. Auch ukrainische Soldaten, die in russisch besetzten Gebieten von der russischen Armee eingezogen wurden und gegen die Ukraine kämpfen mussten, waren darunter.
Dem Bericht zufolge unterhält die Ukraine landesweit fünf Lager für Kriegsgefangene aus den russischen Streitkräften. Der Kardinal, der auch Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz ist, reiste gemeinsam mit dem ukrainischen Botschafter am Vatikan, Andrij Jurasch, und dem Papstbotschafter in Kiew, Visvaldas Kulbokas.
Tausende Gefangene ausgetauscht
Dieser hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach zusammen mit Zuppi Gefangenenaustausche zwischen den beiden verfeindeten Ländern vermittelt. Die humanitäre Spezialmission in dem Krieg hatte noch Papst Franziskus dem Kardinal im Jahr 2023 anvertraut, Papst Leo XIV. bestätigte sie nach dem Pontifikatswechsel. Laut "Avvenire" sind dadurch mehrere tausend Kriegsgefangene sowie auch Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht worden.
Bei seinem Besuch versicherte der Kardinal den Gefangenen, er bete dafür, dass der Krieg bald ende und sie alle nach Hause zurückkehren könnten. Er überbringe die besten Wünsche des Papstes und wolle sich zudem ein Bild von den Haftbedingungen machen. Laut dem Bericht leiden viele russische Kämpfer an Tuberkulose, andere tragen Geschosssplitter im Körper. Im Lauf der viertägigen Reise in die Ukraine ist zudem ein Besuch Zuppis in Kiew geplant.