40 Millionen Menschen in Pakistan mangel- oder unterernährt - Österreichweites Glockenläuten gegen den Hunger am 31. Juli
St. Pölten, 16.07.2026 (KAP) Die Caritas St. Pölten hat eine neue Kampagne gegen den weltweiten Hunger gestartet. Unter dem Motto "Wir sehen den Hunger. Wir sehen den Durst" will die Hilfsorganisation auf die anhaltende Ernährungskrise aufmerksam machen und zur Unterstützung, insbesondere für das Schwerpunktland Pakistan, aufrufen. Weltweit leiden derzeit rund 673 Millionen Menschen unter Hunger - mehr als acht Prozent der Weltbevölkerung oder jeder zwölfte Mensch und mehr als die Gesamtbevölkerung der EU, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. Die Lage sei dramatisch, aber nicht hoffnungslos. Projekte der Caritas zeigten, dass es Möglichkeiten gebe, Menschen nachhaltig vor Hunger zu bewahren, so die Hilfsorganisation.
Zu den wichtigsten Ursachen für den weltweiten Hunger zählen laut Caritas bewaffnete Konflikte, Armut, wirtschaftliche Krisen und die Folgen der Klimakrise. Dürren, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse zerstörten zunehmend die Lebensgrundlagen von Menschen, besonders in den ärmsten Regionen der Welt. "Diese extremen Ungerechtigkeiten können wir nicht länger hinnehmen. Wir müssen den Hunger sehen, wir müssen Verantwortung übernehmen und wir müssen handeln", so Hannes Ziselsberger, Direktor der Caritas St. Pölten.
Gleichzeitig verlangsame sich der weltweite Fortschritt bei der Bekämpfung des Hungers. Der Bedarf an humanitärer Hilfe steige stetig, während die Hilfe selbst von Kürzungen und Einschränkungen betroffen sei. Prognosen zufolge könnten im Jahr 2030 noch immer 582 Millionen Menschen von Unterernährung betroffen sein - etwa die Hälfte davon in Afrika. Das Ziel der Vereinten Nationen, bis dahin den globalen Hunger zu beenden, wäre damit verfehlt, hieß es seitens der Hilfsorganisation.
Pakistan: Epizentrum der Klimakrise
Besonders drastisch zeigen sich die Folgen der Klimakrise in Pakistan: 40 Millionen Menschen (16,5 Prozent der Bevölkerung) des südasiatischen Landes gelten nach Angaben der Caritas als mangel- oder unterernährt. Ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren würden deshalb nicht die altersgemäße Körpergröße erreichen. Viele Haushalte könnten ihren Nahrungsbedarf nicht mehr decken, während steigende Kosten, Handelsunterbrechungen und lokale Konflikte sie noch weiter belasteten. Extreme Hitzewellen mit Temperaturen von bis zu 50 Grad sowie wiederkehrende Überschwemmungen führen zu Ernteausfällen.
In der Provinz Sindh, konkret in Tando Allah Yar, unterstützt die Caritas gemeinsam mit dem pakistanischen Partner Rural Development Foundation (RDF) Menschen dabei, ihre Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken. Seit 2021 wurden dort 2.500 Frauen und Mädchen direkt durch von Frauen geführte Selbsthilfegruppen und Berufsausbildungen unterstützt. Initiativen zur Klimaanpassung erreichten rund 15.000 Menschen. Darüber hinaus seien mehr als 10.000 Bäume gepflanzt, um die Widerstandsfähigkeit der Umwelt zu stärken.
Neben der Förderung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen brauche es aber auch "global gerecht verteilten Klimaschutz, bei dem die Hauptverursacher Verantwortung übernehmen", betonte Caritas Generalsekretär Christoph Riedl. Auch Österreich trage Verantwortung für globale Klimagerechtigkeit, hieß es seitens der Hilfsorganisation.
Glockenläuten gegen den Hunger
Als Zeichen gegen den weltweiten Hunger läuten am 31. Juli um 15 Uhr die Kirchenglocken in ganz Österreich für fünf Minuten, um auf die dramatische Situation aufmerksam zu machen. Die Kirchensammlung der Caritas in den Pfarren findet an einem der Sonntage im August statt.