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Christophorusmedaille - Plakette mit dem Bild des hl. Christophorus
Schutzpatron
Bild Copyright: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Der heilige Christophorus und seine Verehrung

17.07.2026 08:57
Österreich/Religion/Christentum/Glaube
Vom Schutzpatron der Reisenden und Pilger gibt es allein in Kärnten mehr als 500 Darstellungen - Auch Rettungshubschrauber der Flugrettung sind nach dem Heiligen benannt
Bonn, 17.07.2026 (KAP/KNA) Am Freitag, 24. Juli, gedenkt die Katholische Kirche des heiligen Christophorus, der als Schutzpatron der Reisenden und Pilger bekannt ist. Historisches ist über ihn nicht bekannt. Dennoch ist Christophorus wegen diverser Zuschreibungen seit jeher ein äußerst populärer Heiliger und wird als einer der 14 Nothelfer angerufen. Als riesenhafter Soldat soll er in der Christenverfolgung unter Kaiser Decius um das Jahr 250 den Märtyrertod erlitten haben.

Im heutigen Istanbuler Stadtteil Kadiköy, dem frühchristlichen Konzilsschauplatz Chalcedon, ist wohl seit dem 5. Jahrhundert eine Kirche auf den Namen Christophorus geweiht. Im Westen bildeten sich seine Legenden zuerst in Italien und später in Spanien. Demnach sucht der kräftige Kämpfer den mächtigsten aller Herrscher, dem er dienen kann. Erst dem König, dann dem Kaiser, dann dem Teufel - doch Christus steht über ihnen allen.

Der bekanntesten Christophorus-Legende zufolge trug er eines Tages das Jesuskind auf der Schulter über einen Fluss; schließlich bedeutet sein Name auf Griechisch "Christusträger". Doch das Kind wird ihm immer schwerer, sodass er schon Angst bekommt zu ertrinken - und ihm wird klar, dass er mit Christus, dem Sohn Gottes, die Last der ganzen Welt getragen hat.

Allein 500 Mal in Kärnten

Auch in Österreich, der Schweiz, Südtirol und in Süddeutschland breitete sich seine Verehrung rasch aus. Allein in Kärnten gibt es mehr als 500 Christophorus-Darstellungen. Und im Regensburger Dom ist der Nothelfer allein fünfmal anzutreffen.

Im Spätmittelalter bildete sich der Glaube aus, dass nicht sterbe, wer an diesem Tag ein Christophorus-Bild erblickt hatte. Aus dem Begleiter in einer "gute Sterbestunde" wurde ein Bewahrer vor einem plötzlichen Tod. Daher war sein Bild früher auch auf der Innenseite von Kampfschilden der Soldaten zu finden.

Auch mag Christophorus gerade deshalb der Schutzpatron der Pilger und Reisenden sein: der Autofahrer, der Furten und Bergstraßen, der Schiffer, Flößer, Fährleute, Brückenbauer und Seeleute; auch der Berg- und Zimmerleute. Die Rettungshubschrauber der ÖAMTC-Flugrettung tragen seinen Namen. Das Hilfswerk MIVA bittet am Christophorus-Sonntag jährlich um eine Spende für jeden unfallfrei gefahrenen Kilometer.

Christophorus-Plakette am Armaturenbrett

Aus den Bittgängen von Fuhrleuten und traditionellen Pferdeumritten entstanden motorisierte Christophorus-Wallfahrten. Papst Pius XI. (1922-1939) führte zu seinem Festtag offiziell Autosegnungen ein. Trotz vieler Kirchenaustritte: Christophorus-Plaketten und Schlüsselanhänger fürs Armaturenbrett werden angeblich in unvermindert großer Zahl abgesetzt.

Außerdem wird Christophorus gegen körperliche Leiden, gegen Seuchen, Epilepsie und Unwetter angerufen. Hutmacher, Färber, Buchbinder, Goldschmiede, Schatzgräber und Athleten wenden sich an ihn. Und Obsthändler und Gärtner bitten ihn unter anderem um eine gute Apfelernte. Dass der Vatikan den Christophorus 1969/70 mangels historischer Quellen aus dem römischen Festkalender strich, konnte seiner Popularität nichts anhaben.
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