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Plakat in Rom mit Bild von Emanuela Orlandi
Bild Copyright: © Kathpress / Gutenbrunner

Neue Verhöre im Fall Emanuela Orlandi

17.07.2026 12:46
Italien/Vatikan/Kriminalität
Seit 43 Jahren beschäftigt das Verschwinden der damals 15-jährigen Vatikanbürgerin Justiz und Medien in Rom
Rom, 17.07.2026 (KAP) Neue Bewegung im Fall der 1983 verschwundenen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi: Wie mehrere italienische Medien in dieser Woche berichteten, wurde der heute 70-jährige römische Fotograf Marco Accetti am Mittwoch sechs Stunden lang von der Staatsanwaltschaft in Rom verhört. Befragt wurde demnach auch seine ehemalige Verlobte.

Accetti ist den Berichten zufolge vorbestraft, weil er im Jahr 1983 einen Buben mit dem Auto überfahren hat. In früheren Ermittlungen zum Fall Orlandi hatte er sich im Jahr 2013 selbst angezeigt, dann aber mit irreführenden Spuren und Erklärungen für Verwirrung gesorgt, so dass es damals zu keiner Verurteilung kam.

Mehrere erfolglose Ermittlungen

Italiens Justiz ermittelt derzeit zum dritten Mal in dem rätselhaften Fall. Zuvor hatte sich bereits die vatikanische Justiz erfolglos um Aufklärung bemüht. Zudem befasst sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Rom mit dem Fall.

In den Presseberichten wird die Vermutung geäußert, Accetti habe Orlandi ebenso wie die minderjährige Mirella Gregori, die ebenfalls im Jahr 1983 spurlos verschwand, geködert. Später seien die Opfer dann, möglicherweise in klerikalen Kreisen, sexuell missbraucht worden.

Weil Orlandi Tochter eines Vatikangestellten war, hatte sich der damalige Papst Johannes Paul II. persönlich in einem öffentlichen Appell an die mutmaßlichen Entführer des verschwundenen Mädchens gewandt und ihre Freilassung gefordert. Seitdem gab es immer wieder Mutmaßungen, der Vatikan könnte direkt oder indirekt in den Fall verstrickt sein.
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