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Novum: Rabbiner lehrt an katholischer theologischer Fakultät

17.07.2026 12:45
(zuletzt bearbeitet am 17.07.2026 um 13:58 Uhr)
Deutschland/Hochschule/Kirche/Religion/Judentum
Rabbiner Ahrens Honorarprofessor für Abrahamitische Religionen an theologischer Fakultät im deutschen Trier
Trier, 17.07.2026 (KAP/KNA) Neuland in der Religionswissenschaft: An der katholischen theologischen Fakultät im deutschen Trier lehrt jetzt ein Rabbiner. "Ich glaube, es ist für jede Religion, egal für welche, sinnvoll, dass wir im Austausch, im Dialog sind, respektvoll miteinander umgehen und dass wir Gesellschaft mitgestalten", sagte Rabbiner Jehoschua Ahrens der katholischen Wochenzeitung "Paulinus" (Ausgabe vom 19. Juli). Er habe bisher von keinem vergleichbaren Fall gehört, in dem ein Rabbiner an einer theologischen Fakultät arbeite.

Der 47 Jahre alte Honorarprofessor für Abrahamitische Religionen sagte der Zeitung, dass er neben der Gemeindearbeit schon immer auch den interreligiösen Dialog zu seinen Schwerpunkten gezählt habe. Er hoffe, bei den Studierenden neue Perspektiven einzubringen, "was dann hoffentlich später im Berufsleben auch einen Einfluss hat, damit sie das, was sie gelernt haben, als Multiplikatoren weitergeben können".

Rabbiner: Bereichernde Unterschiede

In der Vergangenheit sei Dialog häufig als künstliche Gleichmacherei verstanden worden. "Das Bereichernde sind ja aber eben gerade die unterschiedlichen Perspektiven", sagte Ahrens der Zeitung. "Natürlich gibt es tiefgreifende theologische Unterschiede zwischen Judentum und Christentum, die man nicht aufheben kann: Christologie, Trinität - da werden wir uns nicht einig. Müssen wir aber auch gar nicht."

Die jüdische Religion, aus der das Christentum überhaupt erst entstanden ist, könne eine Art Verständnishilfe für die Christen von heute sein, wenn sie auf ihre Ursprünge blickten, so Ahrens. Umgekehrt habe das Christentum immer wieder das Judentum geprägt.

Im Wintersemester 2026/27 wird der frisch ernannte Honorarprofessor sein erstes Seminar an der Theologischen Fakultät geben. Dabei soll es um jüdische Perspektiven auf Christentum und Islam gehen. "In den vergangenen 1.000 Jahren haben sich Juden in verschiedenen Ländern etabliert. Da ist es natürlich logisch, dass sie sich mit der Frage beschäftigt haben, wie man auf die dort ansässigen Religionen blicken kann. Da gibt es viele spannende Ansätze", sagte Ahrens.
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