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Klima
Bild Copyright: © pixabay.com / CC0 public domain

Umweltbeauftragte fordern mehr Vorsorge gegen Klimakrise

18.07.2026 08:20
(zuletzt bearbeitet am 18.07.2026 um 08:31 Uhr)
Österreich/Kirche/Politik/Umwelt/Soziales/Dürre/Klimaerwärmung
Kirchliche Umweltverantwortliche fordern langfristige Klimaschutzmaßnahmen und warnen vor Politik der Symptombekämpfung - "Wir reagieren, statt vorzubeugen"
Wien, 18.07.2026 (KAP) Angesichts zunehmender Hitzewellen und der spürbaren Folgen des Klimawandels warnen die Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche Österreichs davor, sich ausschließlich auf Anpassungsmaßnahmen und die Bekämpfung von Symptomen zu konzentrieren. Hitzeschutzpläne, Begrünungen und technische Lösungen seien notwendig, könnten aber die Ursachen der Klimakrise nicht beseitigen. "Wir reagieren, statt vorzubeugen", so die Kritik der kirchlichen Expertinnen und Experten. Entscheidend sei, weiterhin konsequent auf die Vermeidung von Treibhausgasen und eine nachhaltige Energieversorgung zu setzen. Sie fordern von der Politik, öffentliche Förderungen für den Klimaschutz und die Entwicklungszusammenarbeit weder zu streichen noch zurückzufahren.

"Trotz Klimazielen werden Straßen vielerorts weiter ausgebaut und klimaschädliche Maßnahmen nicht zurückgenommen", erklärte Jürgen Mathis, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Diözese Feldkirch stellvertretend für die Umweltbeauftragten im Kathpress-Interview. Kritisch sehen diese auch die Verteuerung des Klimatickets, die Reduktion von Förderungen im Bereich Heizungstausch und Photovoltaik sowie die weitere Subventionierung klimaschädlicher Maßnahmen.

Wie verbindlich sind zukünftige Regelungen?

Seit Jahren werde in Österreich über ein neues Klimaschutzgesetz diskutiert - "ohne zählbares Ergebnis". Zwar seien entsprechende Vorhaben mehrfach angekündigt worden, doch Beobachter hätten Zweifel, ob die Klimaziele bis 2030 noch erreicht werden können. Andernfalls drohten Österreich hohe Ausgleichszahlungen auf europäischer Ebene. "Offen bleibt zudem, wie verbindlich zukünftige Regelungen tatsächlich sein werden", sagte Mathis. Während Vertreter der Wirtschaft sich um finanzielle Belastungen sorgten, forderten die Umweltbeauftragten "klare Vorgaben und wirksame Maßnahmen" für den Klimaschutz.

Als Maßnahmen zur Symptombekämpfung nannten sie hingegen die Begrünung in Städten und Gemeinden, Beschattung und öffentliche Brunnen zur Senkung der Temperaturen im Siedlungsraum sowie Einschränkungen in wasserarmen Gegenden, etwa beim Bewässern von Rasenflächen oder beim Befüllen privater Pools.

Diözesane Maßnahmen

"Die Diözesen Österreichs möchten vor allem vorbeugende Maßnahmen setzen und haben klare Strategien und Leitfäden erarbeitet, um eine CO2-Reduktion von 60 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erreichen", so Mathis. Ein Schwerpunkt liege dabei auf dem Bereich der Wärmeenergie und der schrittweisen Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energiesysteme. Zur Unterstützung haben die einzelnen diözesanen Finanzkammern eigene Förderzuschüsse für die Pfarren und kirchlichen Einrichtungen eingerichtet, informierte der Leiter des Welthauses Vorarlberg.

Belastung für Gesundheit

In Österreich würden die Folgen der Erderwärmung mehr und mehr spürbar. "Die zunehmende Hitze belastet die Gesundheit der Bevölkerung, führt zu Leistungseinbußen am Arbeitsplatz und erhöht das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Gleichzeitig geraten Infrastruktur, Energieversorgung und Ökosysteme unter Druck."

Unter der Hitze würden insbesondere gefährdete Gruppen wie ältere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Vorbelastungen leiden. In vielen Regionen des Globalen Südens stelle sich die Lage weitaus drastischer dar: Dürren und extreme Hitze bedrohten die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Ernteausfälle, Wasserknappheit und der Verlust von Lebensräumen verschärften Armut, soziale und politische Konflikte.

"Aus europäischer Perspektive und damit aus jener der wohlhabenden Länder mögen die Maßnahmen zum Klimaschutz noch gegen die Folgen der Klimakrise schützen", so die Umweltbeauftragten. Doch der Großteil der Weltbevölkerung - "und das sind mindestens 90 Prozent" - habe selten die Möglichkeit dazu. "Diese Menschen müssen schon jetzt unter der vor allem von uns verursachten Klimakatastrophe leiden."
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