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Diözese Linz verteidigt Sanierung der Pädagogischen Hochschule

18.07.2026 12:13
Österreich/Architektur/Kultur/Kirche/Bildung/Ausbildung/Universität/Hochschule/Diözese
Kritik von Architekt Riepl und früherem Landeskonservator - Bundesdenkmalamt spricht von "Leuchtturmprojekt" - Bischofsvikar Hintermaier: "Wir begegnen dem bestehenden Bau mit großem Respekt. Wir lassen uns die Erhaltung dieses wertvollen Gebäudes Millionen Kosten."
Linz, 18.07.2026 (KAP) Die Diözese Linz hat die geplante Generalsanierung und Erweiterung der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz (PHDL) gegen Kritik am Umgang mit dem denkmalgeschützten Gebäude verteidigt. Das 105 Millionen Euro teure Projekt sei trotz der hohen Kosten die nachhaltigste Lösung gewesen, sagte Bischofsvikar Johann Hintermaier in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN, Samstag). "Wir lassen uns die Erhaltung dieses wertvollen Gebäudes Millionen kosten - alles andere wäre billiger gewesen", so Hintermaier. Der von Franz Riepl und Othmar Sackmauer entworfene Stahlbetonbau wurde Mitte der 1970er fertiggestellt. Mit den Bauarbeiten soll 2027 begonnen werden; der neue Campus soll ab dem Studienjahr 2030/31 Platz für rund 3.000 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende bieten.

Das denkmalgeschützte Gebäude weist laut OÖN etliche Mängel auf. Genannt werden u. a. ein undichtes Dach, marode Fenster, veraltete Elektrik sowie ein seit Jahren gesperrtes Hallenbad. Nach Angaben der Diözese wurden mehrere Varianten geprüft, ehe die Entscheidung für die Sanierung fiel. "Der nachhaltigste Beschluss war, das Gebäude zu sanieren", meinte Hintermaier dazu.

Die Erweiterung nach Plänen des Grazer Architekten Thomas Pucher soll ohne zusätzliche Flächenwidmung auskommen; vorgesehen sind u.a. begrünte Dachflächen, um das Gebäude kühl zu halten.

Kritik an den Plänen kommt nun vom Architekten Franz Riepl. Der 93-Jährige befürchtet laut OÖN, dass das Gebäude durch die Erweiterung seine architektonische Eigenständigkeit verliere. Auch der frühere oberösterreichische Landeskonservator Wilfried Lipp sieht die Grenzen eines denkmalverträglichen Umbaus überschritten.

Leuchtturmprojekt und Best-Case-Beispiel

Positiv reagierte hingegen das Bundesdenkmalamt, laut dem es sich dabei um "ein Leuchtturmprojekt und ein Best-Case-Beispiel dafür, wie man unter Beachtung der denkmalfachlichen Aspekte einen Prozess gestaltet", so Daniel Resch, Landeskonservator für Oberösterreich. Zu den Veränderungen bei geschützten Gebäuden meinte Resch, dass diese akzeptabel sein. "Bauten sind einem Wandel unterworfen. Im Denkmalschutz ist Veränderung unter Wahrung der maßgeblichen Denkmaleigenschaften möglich." Zugleich zeigte Resch Verständnis für die Kritik Riepls, dessen Bauwerk ein "Herzstück seines architektonischen Schaffens" sei. Ähnlich Siegfried Atteneder, Professor für Architektur an der Linzer Kunstuni: "Der Umgang mit dem Projekt ist hochseriös. Man hat sich das sehr sensibel angeschaut und einen sehr respektvollen Umgang mit dem Altbestand gewählt."

Hintermaier nannte gegenüber den OÖN auch ein Angebot in Richtung des Architekten: "Wenn er möchte, lassen wir ein Modell des Altbestandes bauen und stellen das gut sichtbar auf."

"Campus7 für Bildung, Wissenschaft und Soziales"

Derzeit sind auf dem Areal am Freinberg neben der PHDL noch das Sozialpädagogische Kolleg (SPK), eine Schule für Sozialbetreuungsberufe der Caritas (SOB) sowie Teile der Bibliothek untergebracht. Die Katholische Privatuniversität, eine zweite Caritas-Schule und das Konservatorium für Kirchenmusik befinden sich derzeit noch an anderen Standorten in Linz. Künftig sollen rund 2.000 Studierende sowie 1.000 Schülerinnen und Schüler am geplanten "Campus7 für Bildung, Wissenschaft und Soziales" lernen. Durch die Bündelung weiterer Einrichtungen - darunter die Schulen für Sozialbetreuungsberufe, das Kirchenmusikkonservatorium, die Katholische Privat-Universität Linz, die Adalbert-Stifter-Praxisschulen, das Kolleg für Sozialpädagogik sowie die Diözesanbibliothek - werde ein vernetzter Bildungsstandort entstehen, hieß es vorangegangenen Medienberichten. Konkret sollen Aus-, Fort- und Weiterbildung von Volks-, Mittel- und Sonderschul- sowie Religionslehrern stattfinden.

Insgesamt kostet das Projekt 105 Millionen Euro. Davon übernimmt die Diözese 48,2 Millionen Euro, das Land Oberösterreich 35,5 Millionen, der Bund 17,8 Millionen und die Caritas 3,5 Millionen Euro. Hintermaier bezeichnete das Vorhaben als "Statement der Kirche, gesellschaftlich relevant zu bleiben".
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