CDU-Politiker spricht im Podcast des Springer-Journalisten Paul Ronzheimer über Glauben und Entscheidung für Leihmutter - CDU-Politiker sieht keinen Gegensatz zum christlichen Fundament seiner Partei
Berlin, 18.07.2026 (KAP/KNA) Die Leihmutterschaftsdebatte um Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) heizt auch die Frage nach dem Wert des "C" im Parteinamen an. Der Politiker sieht in seinem Fall keinen Gegensatz - und schildert dennoch seine Zerrissenheit. Der Christenmensch in ihm wisse, dass es auch im Glauben manchmal keine einfachen Antworten gebe, sagte er im Podcast des Springer-Journalisten Paul Ronzheimer am Freitag. "Gleichzeitig machen wir Politik", so Spahn. "Wir sind keine Religionsgemeinschaft. Wir sind eine Partei mit christlichem Fundament aus dem christlichen Glauben heraus."
Spahn und sein Ehegatte Daniel Funke hatten kürzlich mitgeteilt, dass sie Eltern geworden seien. Der Sohn mit dem Namen Georg kam demnach in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter geboren. Spahn hatte sich in der Vergangenheit gegen Leihmutterschaft ausgesprochen, auch die CDU lehnt diese in Deutschland verbotene Praxis ab.
Katholisch erzogen
Der 46-Jährige aus dem Münsterland sagte nun, er sei katholisch erzogen worden - vom Kindergarten, über die Grundschule und das bischöfliche Gymnasium hin zu katholischer Jugendverbandsarbeit. Jedoch heiße dieser christliche Glaube vor allem auch, "nicht einer Ideologie vom perfekten Menschen oder dem perfekten System oder der perfekten Welt hinterzuhecheln; sondern der Christ weiß eben auch: Wir sind nicht perfekt und wir sind manchmal zerrissen, und es gibt manchmal keine einfache Antwort."
Spahn zitierte in dem Zusammenhang den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU): "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind; es gibt keine anderen." Der Politiker erklärte: "Das echte Leben heißt oft auch, zerrissen zu sein zwischen Grundsätzen, Überzeugung, manchmal rigorosen, klaren Lehren und dem, was eben das Leben ist. Und diese Zerrissenheit, die muss ich als Christ gelegentlich aushalten."
Kein Schwarz und Weiß"
Spahn hatte die Nutzung einer Leihmutter nach vielfacher öffentlicher Kritik verteidigt. "Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen." Aber letztlich habe er sich gemeinsam mit seinem Ehemann für diesen Weg entschieden. "Und jetzt sind wir Familie und freuen uns", zitiert ihn die "Bild"-Zeitung.
Der Politiker sagte nun über seine persönliche Haltung: Als Christ wisse er, dass "das eine die reine Lehre ist - und das andere das echte Leben". In manchen Lebenssituationen gebe es "kein Schwarz und Weiß - und keine einfachen Entscheidungen".