Von Pfarrcafés über Pilgerangebote bis zur Festivalseelsorge: Pfarren, Caritas und Seelsorge bieten im Sommer zahlreiche Treffpunkte für Menschen jeden Alters
Wien, 20.07.2026 (KAP) Der Sommer gilt als Zeit der Erholung, des Reisens und der Begegnung. Doch für viele Menschen ist gerade diese Jahreszeit eine besondere Herausforderung. Wenn Nachbarn verreist sind, Vereine pausieren und gewohnte Tagesstrukturen wegfallen, kann Einsamkeit noch stärker spürbar werden. Pfarren und kirchliche Einrichtungen setzen dieser Entwicklung mit vielfältigen Angeboten etwas entgegen: von Begegnungsmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren und Unterstützung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität über Ferienangebote für Kinder und Jugendliche bis hin zur Seelsorge bei Festivals. Pfarrcafés, Seniorentreffen, Besuchsdienste, Gesprächsangebote und gemeinsame Aktivitäten schaffen in den Sommermonaten Räume, in denen Menschen Gemeinschaft erfahren können.
Für Menschen, die gerne verreisen möchten, sich aber alleine nicht dazu entschließen können, bieten Pfarrreisen und gemeinsame Ausflüge die Möglichkeit, in Gemeinschaft unterwegs zu sein und neue Kontakte zu knüpfen. Auf den diözesanen Websites oder beispielsweise der Website des Referats für Tourismusseelsorge wird regelmäßig über Angebote informiert. Letzteres bietet verschiedene Formate wie ein- und mehrtägige Pilgerangebote, Kulturfahrten mit dem Reisebus und Gottesdienste an, bei denen das gemeinsame Unterwegssein und der persönliche Austausch im Vordergrund stehen. (www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/organisation/C2606)
In den kommenden Wochen finden unter anderem ein Camping-Gottesdienst am Keutschachersee (27. Juli) sowie eine "GEH.rede" am Plöckenpass mit Pfarrer Josef Allmaier (31. Juli) statt. Zum aktuellen Angebot gehören zudem die Pilgertage in Osttirol mit Pfarrer Allmaier vom 4. bis 7. August. Am 7. August steht ein besonderes kulturelles Highlight auf dem Programm: Eine begleitete Kulturfahrt zum berühmten Metnitzer Totentanzspiel, das nur alle vier Jahre aufgeführt wird. Weiter werden eine "GEH.rede" am Dreiländereck am 21. August sowie die "GehSpräche" rund um den Danielsberg am 29. August angeboten.
Ein ähnliches, wöchentliches Angebot gegen die Einsamkeit gibt es auch in Vorarlberg: In Feldkirch beginnt jeden Mittwoch um 10 Uhr vor dem "Café Analog" in Gisingen ein Spaziergang, der mehr ist als Bewegung an der frischen Luft. Menschen treffen sich, gehen gemeinsam ein Stück Weg und setzen sich danach bei Kaffee und Gebäck zusammen. Das Angebot ist kostenlos und offen für alle. Dahinter steht die PfarrCaritas Feldkirch, die als Partnerin der Stadt Feldkirch Begegnungen möglich macht, die im Alltag oft fehlen.
Angebote bei eingeschränkter Mobilität
Telefonische Angebote ermöglichen es jenen, die weniger mobil sind, mit anderen in Verbindung zu bleiben. Da auch viele therapeutische und medizinische Angebote in den Sommermonaten pausieren, bietet die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlose Gesprächsangebote unter der Nummer 142, per E-Mail, Chat und auch WhatsApp. Aktuell zählen Einsamkeit, Hitzebelastung, körperliche und psychische Erkrankungen sowie Beziehungsprobleme zu den häufigsten Gesprächsthemen, wie die Telefonseelsorge Wien mitteilte. Gemeinsam mit den Anruferinnen und Anrufern entwickeln die Seelsorgerinnen und Seelsorger Entlastungsstrategien und vermitteln bei Bedarf professionelle Hilfsangebote. Die Telefonseelsorge ist ein gemeinsames Angebot der Katholischen und Evangelischen Kirche (www.telefonseelsorge.at).
Auch das Plaudernetz der Caritas bietet "schnelle Hilfe in Momenten der Einsamkeit" und soll gemeinschaftliche Teilhabe auf Augenhöhe übers Telefon ermöglichen. Österreichweit können sich Generationen, Männer und Frauen und Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen vernetzen. Da das Plaudernetz ortsunabhängig und zeitlich flexibel funktioniert, können sich auch Menschen, die sich als Plauderpartner engagieren, Einsamkeit vertreiben und sich sozial engagieren. Täglich von 10 bis 22 Uhr, auch am Wochenende und an Feiertagen, erreichen Anrufer Plauderpartner unter der Telefonnummer 05 1776 100. Die Caritas weist darauf hin, dass das Plaudernetz keine Notfallnummer, sondern eine Gelegenheit zum Plaudern ist. (https://plaudernetz.at)
Klimaoasen bieten Abkühlung
Gegen Einsamkeit, aber auch gegen die große Hitzebelastung wollen die Klimaoasen der Caritas Abhilfe verschaffen. In der Erzdiözese Wien stehen 24 pfarrliche Klimaoasen offen, in denen Menschen soziale Kontakte, Schatten, Getränke und kleine Mahlzeiten finden. Vor kurzem hat die Caritas Salzburg ihre erste Klimaoase in der Pfarre St. Paul eröffnet. "Die Klimaoase ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen, neue Kontakte knüpfen und Gemeinschaft erleben können", erklärte der Salzburger Caritas-Direktor Kurt Sonneck. Besonders ältere Menschen, Personen mit geringem Einkommen, Menschen in aufgeheizten Wohnungen oder Personen, die von Einsamkeit betroffen sind, würden von niederschwelligen Angeboten profitieren. (www.caritas-wien.at/hilfe-angebote/zusammenleben/pfarrcaritas-und-naechstenhilfe/aktiv-in-den-pfarren/klimaoase/)
Ein niederschwelliges Angebot gegen Einsamkeit bietet auch die Caritas Wien mit ihren "Plauderbankerln". Die mit einer Plakette gekennzeichneten Sitzbänke laden dazu ein, mit anderen Menschen ungezwungen ins Gespräch zu kommen. Das Konzept wird von Pfarren eigenständig umgesetzt: Manche bieten zu fixen Zeiten Gespräche mit Ehrenamtlichen an, andere verstehen die Bänke als offenen Begegnungsort. Ein besonderes Angebot gibt es am Hernalser Friedhof, wo Freiwillige regelmäßig als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Auf dem Friedhof in Hennersdorf bieten zwei Palliativfachkräfte zu festgelegten Zeiten Gespräche zu Trauer und Abschied an. (Info: www.caritas-wien.at/hilfe-angebote/zusammenleben/pfarrcaritas-und-naechstenhilfe/aktiv-in-den-pfarren/aufeinander-schauen/1/)
Angebote für Kinder und Jugendliche
Auch für Kinder und Jugendliche können die Sommerferien mit Einsamkeit verbunden sein. Wenn Freundinnen und Freunde verreist sind, gewohnte Freizeitangebote pausieren oder der Anschluss zu Gleichaltrigen fehlt, verbringen manche Kinder einen Großteil der Ferien alleine. Für sie können Jungschar- und Jugendlager in den Ferien deshalb wichtige Orte der Begegnung sein, an denen Gemeinschaft erlebt und Freundschaften geschlossen werden.
In Oberösterreich bieten die 225 SPIEGEL-Treffpunkte des Katholischen Bildungswerks zudem Eltern-Kind-Veranstaltungen an. Von 20. bis 21. August können Kinder ab acht Jahren beim "Sommerspaß: Teenie Dance" in Mehrnbach eine Choreografie zu einem Pop-Song einüben. Bei der "Sommerspaß: Kinderolympiade" am 6. August wartet ein spielerischer Sport- und Geschicklichkeitswettkampf. Für Seniorinnen und Senioren könnte das Trainingsprogramm von SelbA des Bildungswerks interessant sein. (www.dioezese-linz.at/kbw/home)
Festival-Seelsorge
Kirchliche Begleitung geschieht auch dort, wo Menschen besondere Unterstützung brauchen: in der Krankenhaus- und Altenheimseelsorge und zunehmend auch bei Festivals. Die Festivalseelsorge Österreich bietet in Kooperation mit dern kirchlichen Dialoginitiative "Denk Dich Neu" bei zahlreichen Events Räume für Orientierung, Gespräche und Beistand. Zu den aktuellen Terminen im Sommer und Spätsommer gehören u. a. das Pflasterspektakel in der Linzer Innenstadt (23. bis 25. Juli), das Free Tree Open Air in Taiskirchen im Innkreis (7. bis 9. August), das Shutdown Festival im niederösterreichischen Zwentendorf (8. August) und der Auftritt von Padre Guilherme auf der Seebühne Mörbisch (12. September). (Infos: www.denkdichneu.at/festivalseelsorge)