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Kirchenvertreter Ostafrikas für ethische Geldanlagen und Klimaschutz

21.07.2026 10:07
Kenia/Kirche/Finanzen/Entwicklungshilfe/Jugendliche/Menschenrechte/Geldanlage
Erklärung bei AMECEA-Vollversammlung in Nairobi ruft katholische Einrichtungen zu nachhaltigen Investitionen, mehr Transparenz und stärkerer Beteiligung junger Menschen auf
Nairobi/Rom, 21.07.2026 (KAP) Katholische Kirchenvertreter in Ostafrika haben zu einer stärkeren Ausrichtung kirchlicher Finanzanlagen an ethischen und ökologischen Grundsätzen aufgerufen. Anlass ist die 21. Vollversammlung der Vereinigung der Bischofskonferenzen Ostafrikas (AMECEA), die in Nairobi begonnen hat. Im Vorfeld verabschiedeten Teilnehmer eines Workshops zur ethischen Geldanlage die "Nairobi Declaration", berichtete Vatican News (Montag).

In der Erklärung betonen Bischöfe, Ordensleute, Laien und Vertreter der "Laudato-Si'"-Bewegung Afrika, dass Investitionen der Kirche nicht wertneutral seien. Diözesen, Ordensgemeinschaften, Schulen und kirchliche Fonds werden aufgefordert, ihre Anlagestrategien an der katholischen Soziallehre, der Bewahrung der Schöpfung und dem Gemeinwohl auszurichten. Genannt werden unter anderem eine kritischere Prüfung von Geschäftspartnern, Maßnahmen gegen Greenwashing sowie der Ausstieg aus fossilen Energien zugunsten erneuerbarer Projekte.

Die Erklärung verweist auf die Enzyklika "Laudato si'" von Papst Franziskus und aktuelle Stellungnahmen afrikanischer Bischöfe zum Klimaschutz. Zugleich wird auf die Folgen von Dürren, Überschwemmungen und Energiearmut in Ostafrika hingewiesen. Gefordert werden Investitionen in erneuerbare Energien, widerstandsfähige Gemeinden und nachhaltige Beschäftigung. Besondere Bedeutung messen die Verfasser der Beteiligung junger Menschen an kirchlichen Entscheidungen sowie der Entwicklung regionaler Leitlinien für ethische Investitionen bei.

Kurienkardinal: Fokus menschenwürdiges Leben

Der Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Michael Czerny, rief am ersten Beratungstag die Kirche in Ostafrika dazu auf, Hindernisse für ein menschenwürdiges Leben stärker in den Blick zu nehmen. Evangelisierung, Nächstenliebe und ganzheitliche Entwicklung seien untrennbar miteinander verbunden. "Wenn Sie entdecken, dass Nächstenliebe, Evangelisierung und ganzheitliche Entwicklung drei Arten sind, dasselbe auszudrücken, dann haben Sie die Botschaft verstanden", sagte Czerny laut dem Portal ACI Afrika in seiner Grundsatzrede.

Der Kardinal nannte unter anderem Menschenrechtsverletzungen, Armut, Gewalt, Jugendarbeitslosigkeit, Klimawandel, Zwangsmigration und schlechte Regierungsführung als zentrale Herausforderungen der Region. Die Aufgabe der Kirche bestehe darin, die Menschen bei der Überwindung dieser Hindernisse zu begleiten. "Unsere Aufgabe ist nicht, Menschen zu entwickeln. Unsere Aufgabe ist es, Menschen dabei zu begleiten, die Hindernisse für ihre Entwicklung zu überwinden", sagte Czerny. Entwicklung dürfe nicht auf Wirtschaftswachstum reduziert werden; vielmehr gehe es um die Entfaltung des ganzen Menschen. Als Leitbild nannte er das Gemeinwohl und fügte hinzu: "Der Weg nach vorn ist ein gemeinsamer."

Vorrang für Jugendpastoral

Die dieswöchige Vollversammlung der ostafrikanischen Bischöfe steht unter dem Leitwort "Synodaler Weg mit jungen Menschen: Brücken der Gemeinschaft, Hoffnung, Gerechtigkeit und guten Regierungsführung bauen". Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Rolle junger Menschen in der Kirche sowie Fragen der Evangelisierung, Friedensförderung und ganzheitlichen Entwicklung. An der Vollversammlung nehmen Bischöfe und Delegierte aus den AMECEA-Mitgliedsländern sowie zahlreiche junge Menschen teil.

Die teilnehmenden Bischöfe erklärten am Montag die Begleitung junger Menschen zu ihrer vorrangigen pastoralen Aufgabe für die kommenden vier Jahre. AMECEA-Vorsitzender Bischof Charles Sampa Kasonde begründete dies mit der demografischen Entwicklung der Region: Rund sechs von zehn Afrikanern seien jünger als 25 Jahre. "Wir, die Bischöfe der AMECEA-Region, machen die jungen Menschen in den kommenden vier Jahren zu unserer pastoralen Priorität", sagte Kasonde.

Nach den Worten des Bischofs soll der Schwerpunkt auf Zuhören, Dialog und synodaler Begleitung liegen. "Synodalität ohne Begleitung ist Theorie. Begleitung ohne Zuhören ist Kontrolle", sagte Kasonde. Die Vollversammlung befasst sich in den kommenden Tagen unter anderem mit Jugendbeschäftigung, Migration, psychischer Gesundheit, Evangelisierung im digitalen Zeitalter sowie Fragen von Regierungsführung und sozialer Teilhabe. Zum Abschluss der Beratungen am 26. Juli wollen die Delegierten ein Schlusskommuniqué und pastorale Leitlinien verabschieden.
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