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Kambodscha: Vom Aids-Hotspot zum Vorbild im Kampf gegen HIV

21.07.2026 13:47
Kambodscha/Gesellschaft/Krankheit/AIDS/Kirche
Südostasiatisches Land gelang erhoffte Wende durch Kombination aus staatlichen Programmen und lokaler Beteiligung, mit entscheidender Unterstützung auch der Kirche
Phnom Penh , 21.07.2026 (KAP) Kambodscha hat nach einem Bericht des katholischen Nachrichtenportals AsiaNews (Montag) einen bemerkenswerten Wandel im Umgang mit HIV und Aids vollzogen: Das südostasiatische Land, das in den 1990er Jahren zu den am stärksten betroffenen Staaten der Region gehörte, gilt heute als Vorbild bei Prävention, Behandlung und gesellschaftlicher Integration von Menschen mit HIV.

Auf dem Höhepunkt der Epidemie im Jahr 1995 verzeichnete Kambodscha nach Angaben von AsiaNews rund 25.000 Neuinfektionen jährlich. Heute steht das Land kurz davor, das Ziel der Vereinten Nationen zu erreichen und Aids bis 2030 von der Liste der die öffentliche Gesundheit bedrohenden Krankheiten zu verbannen. Kambodscha ist zudem eines der wenigen Länder weltweit, das die UN-Vorgabe "95-95-95" erfüllt: 95 Prozent der Menschen mit HIV kennen demnach ihren Status, erhalten eine antiretrovirale Therapie und erreichen eine Virusunterdrückung, durch die eine sexuelle Weitergabe praktisch ausgeschlossen ist.

Der Erfolg werde vor allem auf eine Kombination aus staatlichen Programmen und lokaler Beteiligung zurückgeführt. Die Regierung setzte auf kostenlose Behandlung, bessere Testmöglichkeiten, leichteren Zugang zu Medikamenten und die Einbindung von Dorf- und Gemeindeleitern. Dadurch sei es gelungen, die lange verbreitete Ausgrenzung von HIV-Infizierten zu verringern.

Kirche spielt im Kampf gegen HIV eine wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle habe auch die katholische Kirche gespielt. Über Caritas Cambodia, Catholic Relief Services und kirchliche Einrichtungen unterstützte sie HIV-Tests, medizinische Versorgung, Ernährungsprogramme und häusliche Betreuung. Besonders bekannt wurde das von den Missions Étrangères de Paris gegründete John-Paul-II-Pro-Life-Zentrum nahe Phnom Penh, das HIV-Patienten und von ihren Gemeinschaften ausgestoßenen Familien Schutz bot.

"Dies spiegelt das gemeinsame Handeln und die nachhaltigen Anstrengungen Kambodschas im Kampf gegen HIV und Aids wider", gab Choub Sok Chamreun, Direktor der Khmer HIV/AIDS NGO Alliance (KHANA), gegenüber AsiaNews an. Der Erfolg des Landes beruhe auf einem Grundsatz: "Niemand darf zurückgelassen werden."

Auch Betroffene würden von einem gesellschaftlichen Wandel berichten. Die 44-jährige Sok Bopha, die vor zehn Jahren von ihrer HIV-Infektion erfuhr, sagte gegenüber AsiaNews: "Niemand wollte in unserer Nähe sein. Aber langsam hat sich alles verändert." Heute habe sie Unterstützung durch Familie und Gemeinschaft und helfe anderen Betroffenen. Die Patienten fühlten sich nun "niemals allein".
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