Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
22.07.202616:38
Vatikan/Christentum/Missbrauch/Justiz/Rupnik
Verfahren um mögliche sexuelle Übergriffe und den Verdacht des spirituellen Missbrauchs soll weiterhin im Gang sein
Vatikanstadt, 22.07.2026 (KAP) Der Vatikan hat Berichte über einen Abschluss des Prozesses gegen den Ex-Jesuiten Marko Rupnik zurückgewiesen. Dem slowenischen Künstler und Priester wird von mehreren Frauen vorgeworfen, er habe sie sich unter Ausnutzung seiner Autorität als Geistlicher sexuell gefügig gemacht. Seit vergangenem Herbst beschäftigt sich ein fünfköpfiges Sondergericht im Auftrag der vatikanischen Glaubensbehörde mit dem Fall.
Die Berichte über eine Entscheidung des Sondergerichts seien "absolut unbegründet", erklärte die vatikanische Pressestelle am Mittwoch. Das Richterkollegium prüfe derzeit Unterlagen der betroffenen Diözesen, des Jesuitenordens, der Beteiligten sowie Medienberichte. Während des laufenden Verfahrens würden keine Informationen über die Ermittlungen veröffentlicht. Sollten weitere Erkenntnisse erforderlich sein, werde das Gericht sie selbst einholen.
Weiter erklärt der Vatikan: "Dieses kirchenrechtliche Strafverfahren hat gerichtlichen Charakter und unterliegt, wie bereits mitgeteilt, einer Ausnahme von der Verjährung etwaiger Straftaten; es kann gemäß dem Kirchenrecht Aufschluss darüber geben, ob eine Schuld vorliegt oder nicht." Der Vatikan betonte, das Kirchenrecht könne über Angelegenheiten innerhalb der Kirche urteilen und Strafen verhängen. Unabhängig davon unterliege Rupnik weiterhin der Strafgerichtsbarkeit der jeweiligen Staaten.
Rupnik hat als Mosaik-Künstler zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt gestaltet. 2023 schloss der Jesuiten-Orden ihn "wegen Ungehorsams" aus; er blieb aber weiter Priester. Ferner hatte sein ehemaliger Orden bestätigt, dass Rupnik im Jahr 2020 wegen sexueller Vergehen mit erwachsenen Frauen zeitweise exkommuniziert war, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Der Umgang mit Rupniks Kunstwerken ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe umstritten.