"Welt der Frauen"-Chefredakteurin Wagenhofer sieht Qualitätsjournalismus als Gegengewicht zu Desinformation - Magazin feiert 80-jähriges Bestehen
Wien, 23.07.2026 (KAP) Die Chefredakteurin des Magazins "Welt der Frauen", Melanie Wagenhofer, warnt vor einem weltweiten Rückschritt bei Frauenrechten und sieht Qualitätsjournalismus als Gegengewicht zu Desinformation und antifeministischen Strömungen. "Es ist ja nach wie vor nicht so, dass man sagen kann, die Welt ist gerecht", sagte sie im Interview mit dem Radiosender radio klassik Stephansdom. Angesichts politischer Entwicklungen wie in den USA müssten Frauen "zusammenhalten" und einander unterstützen, um erreichte Rechte zu sichern. Seriöse Medien hätten die Aufgabe, faktenbasiert aufzuklären und Orientierung zu geben. "Welt der Frauen" feiert heuer ihr 80-jähriges Bestehen.
Statistiken und gesellschaftliche Entwicklungen zeigten weiterhin Benachteiligungen von Frauen. Wagenhofer verwies in der Sendereihe "Sommergespräch" etwa auf internationale Entwicklungen und "Rückschritte", etwa in den USA, wo Frauenrechte teilweise wieder eingeschränkt würden.
"Gleichberechtigung ist definitiv jetzt keine Phrase für uns", betonte Wagenhofer, die zuvor beim "Oberösterreichischen Volksblatt" u. a. als stellvertretende Chefredakteurin tätig war. So verstehe sich auch das Magazin, das heuer sein 80-jähriges Bestehen feiert, bis dato als journalistisches Medium, das Frauen zu einem selbstbestimmten Leben ermutigen will; konkret durch gesellschaftspolitische Themen, Hintergrundberichterstattung und fundierte Information. Ziel sei es, aktuelle Entwicklungen nicht nur aufzugreifen, sondern sie aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und "in die Tiefe zu gehen".
Tabus aufbrechen
Eine zentrale Aufgabe sieht die Journalistin auch darin, Tabus aufzubrechen. So hätten Veranstaltungen und Schwerpunkthefte zu Themen wie Frauen und Finanzen oder Wechseljahre gezeigt, wie groß der Informationsbedarf sei. Gerade bei den Wechseljahren erhielten Redaktion und Autorinnen zahlreiche Rückmeldungen von Leserinnen, die sich für die sachliche und wissenschaftlich fundierte Aufbereitung bedankten. "Ich glaube schon, dass wir da einen sehr hochwertigen Beitrag zur Aufklärung und Enttabuisierung von Themen leisten", sagte Wagenhofer.
Gleichzeitig sprach sich die Chefredakteurin für eine starke Präsenz seriöser Medien im digitalen Raum aus. Qualitätsjournalismus dürfe soziale Netzwerke "nicht denen überlassen, die Fake News verbreiten". Wagenhofer nannte dies als einen der Gründe, warum "Welt der Frauen" neben der Printausgabe verstärkt auf Social Media, Podcasts, Newsletter und Veranstaltungen setzt, um unterschiedliche Generationen zu erreichen. Frauenmagazine hätten auch künftig ihre Berechtigung, da sie einen geschützten Raum für Fragen und Erfahrungen böten, zeigte sich Wagenhofer überzeugt.
"Welt der Frauen"
"Welt der Frauen" ist eng mit der Geschichte der Katholische Frauenbewegung Österreich (kfbö) verknüpft. So brachte die Katholische Frauenbewegung 1946 das Magazin als ihr Sprachrohr heraus. Die erste Ausgabe erschien mit einer Auflage von 3.000 Stück unter dem Titel "Licht des Lebens" in Wien und stand im Zeichen des Wiederaufbaus nach dem Krieg. 1964 wurde das Magazin in "Welt der Frau" umbenannt. In den folgenden Jahren stiegen sowohl der Seitenumfang als auch die Anzahl der Abonnentinnen sowie die Auflage. 2018 erfuhr die "Welt der Frau" einen Relaunch und wurde in "Welt der Frauen" umbenannt.
Seit 2023 stellt die kfbö inen Beirat für "Welt der Frauen". Zuvor übernahm die Donor Media GmbH die Eigentümerschaft sowie Herausgeberschaft der "Welt der Frau" Verlags GmbH zur Gänze vom Katholischen Frauenwerk Österreich. Als Herausgeberin und Geschäftsführerin fungiert aktuell Christiane Feigl vonseiten der Donor Media GmbH.