Serbisch-orthodoxe Kirche beklagt wachsenden Druck in Kosovo
23.07.202616:51
Kosovo/Religion/Menschenrechte/Konflikte
Diözese Raszien-Prizren spricht in Erklärung von zunehmendem Druck auf die serbische Bevölkerung, Eingriffe in Eigentumsrechte und Behinderungen des Gemeindelebens
Pristina, 23.07.2026 (KAP/KNA) Die serbisch-orthodoxe Diözese Raszien-Prizren hat vor einer Verschlechterung der Lage der serbischen Minderheit und der orthodoxen Kirche in Kosovo gewarnt. In einer Erklärung beklagte die Diözese zunehmenden Druck auf die serbische Bevölkerung, Eingriffe in Eigentumsrechte und Behinderungen des Gemeindelebens. Das berichtet der Hintergrunddienst der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA in seiner aktuellen Ausgabe.
Seit dem Ende des bewaffneten Konflikts 1999 und den anschließenden politischen Entwicklungen habe sich die Lage der Serben in der Region zunehmend verschärft, hieß es. In den vergangenen Jahren hätten sich Fälle gehäuft, in denen Eigentumsrechte verletzt und der Alltag orthodoxer Gemeinden beeinträchtigt worden seien. Besorgt äußerte sich die Diözese auch über den Schutz orthodoxer Kirchen und Klöster. Zahlreiche Heiligtümer seien weiterhin auf ständige Bewachung angewiesen. Zugleich sehe sich die Kirche wiederholt mit Versuchen konfrontiert, ihre Eigentums- und Verwaltungsrechte einzuschränken.
Das mehrheitlich von Albanern bewohnte Kosovo erklärte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien. Belgrad erkennt diese nicht an und betrachtet das Gebiet weiterhin als Teil Serbiens. Die kosovarische Regierung weist Vorwürfe einer gezielten Benachteiligung der serbischen Minderheit regelmäßig zurück. Sie erklärt Maßnahmen insbesondere im mehrheitlich serbisch bewohnten Norden mit der Durchsetzung staatlicher Souveränität und der Bekämpfung von Belgrad unterstützter Parallelstrukturen. Serbien wirft Pristina dagegen vor, die Rechte und die Sicherheit der dort lebenden Serben zu gefährden.