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Rom: Internationale Fachleute warnen vor Einsatz von KI bei Atomwaffen

23.07.2026 16:47
Österreich/Computer und Informationstechnologie/Waffen/Wissenschaft/Papst
Von Papst inspirierte "Erklärung von Rom": 200 Wissenschaftler, Politiker und Kirchenvertreter fordern verbindliche Regeln für Künstliche Intelligenz - Entscheidungen über Krieg und Atomwaffen müssten Menschen vorbehalten bleiben - Hintergrund von Kathpress-Rom-Korrespondentin Severina Bartonitschek
Rom, 23.07.2026 (KAP) Kein Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei Fragen, die entscheidend für das Überleben der Menschheit sind: Das fordern rund 200 Wissenschaftler, Nobelpreisträger, Politiker, Vertreter von Tech-Unternehmen und Kirche in ihrer "Erklärung von Rom für einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und der Atomwaffen". Unterzeichnet wurde sie am vergangenen Wochenende auf dem römischen Kapitol.

Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri bezeichnete die Erklärung als Ausdruck des Anspruchs der italienischen Hauptstadt, ein Ort internationaler Debatten über die großen ethischen Fragen der Gegenwart zu sein.

Die Erklärung war inspiriert von der kürzlich erschienenen Sozialenzyklika Papst Leos XIV. In "Magnifica humanitas" setzt sich das Kirchenoberhaupt mit Chancen und Risiken von KI auseinander; ein zentrales Thema ist ihr Einsatz im Krieg. Leo XIV. bezeichnet es darin als "nicht zulässig, tödliche oder jedenfalls irreversible Entscheidungen künstlichen Systemen anzuvertrauen".

So steht es nun auch in der "Römischen Erklärung", über deren Inhalt die Teilnehmer zuvor auf einer Konferenz in der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo beraten hatten. Die Unterzeichner verpflichteten sich unter anderem dazu, zu verhindern, dass Künstliche Intelligenz den Einsatz von Atomwaffen autorisiert oder autonom aktiviert, erklärte der Kardinalvikar des Papstes für die Diözese Rom, Baldassare Reina, bei der Vorstellung.

"Innehalten und für den Weg der Verantwortung entscheiden"

"Entscheidungen, die über Leben und Tod, Frieden und Krieg sowie die Zukunft der Völker und künftiger Generationen entscheiden, müssen unter vollständiger, verantwortungsvoller und sinnvoller menschlicher Kontrolle bleiben", so Reina laut Vatican News. "Diese Verpflichtungen sind nicht bloß diplomatische Prinzipien. Sie sind Ausdruck der Sorge um die Menschheit."

"Wenn die Zerstörungskraft schneller wächst als die Fähigkeit zum Dialog, wenn die Automatisierung schneller voranschreitet als die Besonnenheit, wenn das Misstrauen zwischen den Nationen zu einer dauerhaften Struktur wird, dann ist die gesamte Menschheit aufgerufen, innezuhalten und sich erneut für den Weg der Verantwortung zu entscheiden", sagte der Kardinal. Frieden könne nicht auf dem Gleichgewicht der Angst beruhen.

Darum fordert die Erklärung bessere und stabile Kommunikationskanäle unter Staaten und eine internationale Überwachung und Regulierung von KI. In Zeiten der Zersplitterung verdeutliche die Anwesenheit von Nobelpreisträgern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertretern von Institutionen und religiösen Traditionen, dass Frieden nicht einer einzelnen Sphäre vorbehalten ist, sagte Reina.

Nobelpreisträger und Friedensbotschafter

Zu den Teilnehmern gehören der Physik-Nobelpreisträger David Gross, Karen Hallberg, Generalsekretärin der 1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten internationalen Abrüstungsinitiative Pugwash-Konferenzen, sowie der frühere kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos.

Als prominente Friedensbotschafterin nahm auch Hollywood-Schauspielerin Sharon Stone teil. Auf dem Kapitol rief sie zur Einigkeit im Streben nach Gemeinwohl und der Achtung der Rechtsstaatlichkeit auf. Sie appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen sowie der Technologieentwickler: "Je mehr die Fähigkeiten von Maschinen zunehmen, desto größer werden die moralische und intellektuelle Verantwortung derer, die sie erschaffen." Menschenwürde könne nicht auf einen Algorithmus reduziert werden.
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