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Concordia gratuliert Mitbegründer Sporschill zum 80er

24.07.2026 13:22
(zuletzt bearbeitet am 24.07.2026 um 14:41 Uhr)
Österreich/Soziales/Entwicklungshilfe/Jugendliche/Leute/Sporschill/Concordia
Sporschill leitete den Verein, der sich der Arbeit mit Straßenkindern in mehreren Ländern Osteuropas widmet, bis 2011
Wien, 24.07.2026 (KAP) Der Wiener Hilfsverein "CONCORDIA Sozialprojekte" hat seinem Mitbegründer und langjährigen Leiter, Jesuiten und Sozialpionier P. Georg Sporschill, zum 80. Geburtstag gratuliert. Man nehme Sporschills Geburtstag am Sonntag, 26. Juli, zum Anlass, "einem Menschen zu gratulieren, dessen Mut, Tatkraft und Herzensenergie das Leben tausender Kinder, Jugendlicher und Familien nachhaltig verändert hat", heißt es in einer Aussendung vom Freitag. "Wir gratulieren Pater Georg Sporschill von Herzen zu seinem runden Geburtstag und wünschen ihm weiterhin Kraft und alles Gute für sein Tun in seinen Projekten", wurde Concordia-Geschäftsführerin Cornelia Burtscher in der Aussendung zitiert.

1991 wurde Sporschill von den Jesuiten und der Caritas nach Rumänien entsandt. Die dortige Begegnung mit Straßenkindern und ihrem Elend hat ihn tief geprägt und zur Gründung des Vereins Concordia geführt. Mit seinem besonderen "Blick für jene, die am Rand der Gesellschaft stehen" und mit seinem "Mut, dorthin zu gehen, wo die Not am größten ist", habe er die Arbeit von Concordia in den ersten 20 Jahren maßgeblich geprägt. Durch die Arbeit seines Teams seien Häuser entstanden, in denen Kinder in familienähnlicher Gemeinschaft aufwachsen konnten.

Heute unterstützt das Hilfswerk Kinder, Jugendliche und Familien in Rumänien, Bulgarien, der Republik Moldau, im Kosovo und in Österreich. Die Themenpalette der Hilfe reicht dabei über Kinderrechte, Schutz, Bildung und die Ermöglichung eines Lebens ohne Ausgrenzung, so der Verein. Inzwischen würden mehr als 550 Mitarbeitende insgesamt rund 20.000 Kinder, Jugendliche und Familien in fünf Ländern dabei unterstützen, "aus dem Kreislauf extremer Armut auszubrechen und in ein selbstbestimmtes Leben zu gehen." (Infos: https://concordia.or.at)

"Kinderaugen beginnen wieder zu leuchten"

Im Archiv der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" findet sich ein Weihnachtsbrief Sporschills vom Dezember 1991, in dem er einen Einblick gibt in die Anfänge seiner Arbeit in Bukarest, die dann zur Gründung von "Concordia" führten. In den vergangenen zwei Monaten habe man das Haus "Alexe Marin", das die österreichische Caritas für die Straßenkinder gekauft hat, entrümpelt und hergerichtet, schreibt Sporschill Ende 1991. Das Haus liege in der Nähe des berüchtigten Nordbahnhofes, "wo eine Kinderbande angesiedelt ist, bettelt und im Autolack zweifelhaften Trost sucht", wie der Ordensmann berichtet. Im Haus habe man 20 von diesen Kindern aufnehmen können.

Weiters wurde im Auftrag der österreichischen Caritas ein zweites Haus gefunden, "in dem wir zumindest über Nacht und für erste Hilfen etwa zwanzig Kinder und Jugendliche unterbringen können". Das nächste Projekt werde eine eigene Wohngemeinschaft für die schulfähigen Jugendlichen sein.

"Für jedes Kind muss ein eigener Weg gefunden werden"

Sporschill schreibt über seine tägliche Arbeit: "Nachmittags gehen wir täglich um 16 Uhr zum Nordbahnhof: Wie der 'Canisibus' in Wien den Obdachlosen, wollen wir hier den Kindern Brot bringen. Wenn es freie Plätze gibt, nehmen wir einzelne Kinder mit nach Hause. Schon wenn sie gewaschen und frisch angezogen sind und etwas zu essen bekommen haben, beginnen die Kinderaugen wieder zu leuchten."

Damit fange der gemeinsame Weg mit den Kindern an. "Die Umstellung in eine häusliche Gemeinschaft und das Leben erfordern viel Geduld und Mühe von beiden Seiten", so Sporschill: "Für jedes Kind muss ein eigener Weg gefunden werden - eine Familie, eine Schule, ein Krankenhaus und überall viel Zuwendung. So kämpfen wir gegen Bettnässen, Hautkrätze und Läuse an."

"Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht"

Zu den Mitarbeitenden gehörten auch rumänische Leute, "mit denen wir die täglichen Arbeiten teilen - solange, bis wir Ausländer überflüssig werden". Aber es werde wohl einen langfristigen Austausch brauchen, "um hier nach den Jahrzehnten des Kommunismus den Idealismus und die Hoffnung im Volk für die bedrängten Aufgaben des Landes stark genug zu machen". Die wirtschaftliche Lage erscheine hoffnungslos und auch in der politischen Landschaft gebe es noch wenig Vertrauen in eine bessere Zukunft.

P. Sporschill schließt mit den Worten: "In dieses Dunkel hinein sollten die Kirchen und unsere kleine Gemeinschaft im Kinderhaus der Caritas ein Licht sein. Nicht zuletzt deshalb feiern wir - Franz, Roland, Tobias und ich - das Weihnachtsfest in diesem Jahr mit unseren Kindern und Freunden in Bukarest und erwarten mit dem Propheten Jesaja: 'Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.'"
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Jesuit und Sozialpionier P. Sporschill feiert 80. Geburtstag
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22.07.2026 13:24
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