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Kongo: Kirchen vermitteln für neuen Dialog

24.07.2026 11:14
Kongo/Krise/Friedensgespräche/Kirche/Ökumene
Hoffnung auf Fortschritt im Friedensprozess nach Absage einer Protestkundgebung durch die Opposition
Kinshasa, 24.07.2026 (KAP) In der Demokratischen Republik Kongo setzen die katholische und die evangelische Kirche ihre Bemühungen um einen neuen nationalen Dialog zwischen Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft fort. Das berichtete der vatikanische Missionsdienst Fides (Donnerstag). Hintergrund sind anhaltende politische Spannungen sowie die schwere Sicherheitskrise im Osten des Landes, wo bewaffnete Gruppen weiterhin große Gebiete kontrollieren.

Eine geplante Protestkundgebung der Oppositionskoalition C64 am Mittwoch wurde nach einem Appell kirchlicher Vertreter verschoben. Die fünf Mitglieder der Koalition erklärten, sie wollten damit ein günstigeres Klima für Gespräche schaffen. Auslöser war ein gemeinsamer Aufruf von Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, Erzbischof von Kinshasa und Vertreter der katholischen Bischofskonferenz, sowie Rev. André Bokundoa, dem Vorsitzenden der "Église du Christ au Congo" (ECC), der größten protestantischen Dachorganisation des Landes.

Seit dem 18. Juli führen die Bischofskonferenz und ECC Gespräche mit politischen Parteien, staatlichen Institutionen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, einen möglichst breiten Dialog vorzubereiten. Die Kirchen argumentieren, dass weder militärische Maßnahmen noch rein institutionelle Lösungen allein dauerhaften Frieden schaffen könnten. Notwendig sei vielmehr eine politische Verständigung zwischen den wichtigsten Akteuren des Landes.

Präsident regte "inklusiven und friedlichen nationalen Dialog" an

Die kirchlichen Vermittlungsbemühungen folgen einem Aufruf von Präsident Félix Tshisekedi vom 17. Juli. Nach einem Treffen mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften - darunter katholische, protestantische und muslimische Organisationen - hatte der Präsident einen "inklusiven und friedlichen nationalen Dialog" angeregt.

Die Oppositionskoalition C64 knüpft ihre weitere Teilnahme jedoch an Bedingungen. Sie fordert, dass der angekündigte Dialog bis spätestens 15. August offiziell einberufen wird. Die im Mai gegründete Bewegung beruft sich auf Artikel 64 der kongolesischen Verfassung, der Bürger zum Widerstand gegen eine verfassungswidrige Machtübernahme verpflichtet. C64 lehnt insbesondere mögliche Änderungen der Verfassung ab, die aus ihrer Sicht eine Verlängerung der Amtszeit von Präsident Tshisekedi oder eine Verschiebung der für 2028 vorgesehenen Wahlen ermöglichen könnten.

Der politische Streit fällt in eine ohnehin angespannte Lage. Vor allem die östlichen Provinzen Nord- und Süd-Kivu leiden seit Jahren unter Gewalt durch verschiedene bewaffnete Gruppen. Zu den Akteuren gehört auch die M23-Rebellenbewegung, deren politischer Arm, die Kongo-Fluss-Allianz (AFC), den angekündigten Dialog bislang ablehnt. Auch die von Ex-Präsident Joseph Kabila unterstützte Plattform "Sauvons le Congo" kritisiert den Prozess und erklärt, die derzeitigen politischen Bedingungen erlaubten keinen glaubwürdigen nationalen Dialog. Die Kirchen hoffen dennoch, durch Vermittlung und Gespräche einen Weg zu mehr Stabilität und nationaler Verständigung zu eröffnen.
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