Santiago de Compostelas Bischof hofft auf Papstbesuch 2027
25.07.202610:39
Spanien/Kirche/Religion/Papst/Pilgern
"Petrus könnte seinen Freund Jakobus anlässlich des Heiligen Jahres als Pilger besuchen"
Madrid, 25.07.2026 (KAP) Der Erzbischof von Santiago de Compostela, Francisco Prieto, hofft auf einen Besuch von Papst Leo XIV. in Compostelas "Heiligen Jahr" 2027. Er hege die "begründete Hoffnung", dass der Papst "als Pilger den Apostel Jakobus umarmen" und dessen Grab in Santiago besuchen werde, sagte Prieto in einem zum Jakobus-Tag (25. Juli) veröffentlichten Interview des spanischen Portals Religión Digital. Prieto bezog sich auf den traditionellen Pilgerbrauch, zum Abschluss der Wallfahrt die Jakobus-Statue hinter dem Hochaltar der Kathedrale zu umarmen.
Der Erzbischof verwies auf mehrere Bezugnahmen des Papstes auf den Jakobsweg während dessen jüngster Spanienreise. Leo XIV. habe sowohl vor den staatlichen Autoritäten als auch vor den Bischöfen den Pilgerweg als Bild für den christlichen Lebensweg aufgegriffen. "Mit der gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung hege ich die begründete Hoffnung, dass der heutige Petrus, Papst Leo XIV., seinen Freund, den Apostel Jakobus den Älteren, anlässlich des Heiligen Jahres 2027 als Pilger besuchen wird", sagte Prieto.
Mit Blick auf das Jahresende beginnende Festjahr - es wird 2027 wie auch in jedem Jahr gefeiert, in dem der Festtag des Apostels Jakobus am 25. Juli auf einen Sonntag fällt - rief der Erzbischof zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt auf. Jakobus erinnere daran, "dass ein Volk aufgebaut wird, indem man gemeinsam geht, nicht indem man Mauern errichtet". Er wünsche sich für Spanien "Wege der Hoffnung, der Eintracht und der Geschwisterlichkeit".
Als bleibende Frucht des Papstbesuchs in Spanien bezeichnete Prieto dessen Aufruf zu einer "Kultur der Begegnung". In einer Zeit wachsender Polarisierung seien Christen dazu berufen, "Brücken zu bauen". Es gehe "nicht darum, dass alle gleich denken, sondern gemeinsam unterwegs zu sein und einander als Brüder und Schwestern anzuerkennen".
Zugleich unterstrich der Erzbischof den religiösen Charakter des Jakobswegs. Dieser sei "nicht nur eine geografische Route oder ein kultureller Weg", sondern ein Ort der Gottesbegegnung. Die christliche Identität des Pilgerwegs zu bewahren, sei "eine Herausforderung und Verantwortung", betonte Prieto. Das Heilige Jahr 2027 werde bereits umfassend vorbereitet und solle als geistlicher, kultureller und sozialer Weg weit über Galicien hinaus ausstrahlen.
Am 25. Juli feiert die Kirche das Fest des Apostels Jakobus. Zugleich wird der Tag als Weltpilgertag begangen. In Österreich laden rund 100 Pilgerwege dazu ein, sich auf das Abenteuer Pilgern einzulassen.