Deutscher Kirchenrechtler Rhode an höchstes Vatikan-Gericht berufen
25.07.202614:27
Vatikan/Justiz/Papst/Personal
Papst ernannte u.a. Osnabrücker Jesuit Rhode zum Mitglied der Apostolischen Signatur in Rom
Vatikanstadt, 25.07.2026 (KAP) Der deutsche Jesuit und Kirchenrechts-Experte Ulrich Rhode (61) ist ans höchste Gericht der katholischen Kirche berufen worden. Wie das vatikanische Presseamt am Samstag mitteilte, ernannte ihn Papst Leo XIV. zum Mitglied der Apostolischen Signatur in Rom, der letzten Instanz in kirchenrechtlichen Streitfragen und Prozessen.
Rhode wirkt seit langem in Rom, seit 2014 ist er Professor für Kirchenrecht an der Päpstlichen Universität Gregoriana; von 2019 bis 2025 leitete er als Dekan die dortige kirchenrechtliche Fakultät. Er ist Berater zahlreicher vatikanischer Gremien. Vor seiner römischen Karriere lehrte Rhode unter anderem Kirchenrecht an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Jesuiten in Sankt Georgen bei Frankfurt und war Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat Limburg.
Zusammen mit Rhode wurden auch der als sehr konservativ geltende Erzbischof von San Francisco in Kalifornien, Salvatore Joseph Cordileone, sowie der frühere Sekretär im Dikasterium für die Gesetzestexte, Juan Ignacio Arrieta Ochoa, und weitere Geistliche an die Apostolische Signatur berufen.
Das höchste Gericht der Kirche ist unter anderem die letzte Berufungsinstanz für Priester, die gegen eine disziplinarische Bestrafung durch den Heiligen Stuhl Beschwerde einlegen. Es steht über dem Gericht der Römischen Rota. Zudem fungiert es als eine Art kirchliches Verwaltungsgericht. Die Richter werden für die Dauer von fünf Jahren ernannt.