Referatsbischof Glettler bei KMBÖ-Sommerakademie: Mit Neugründung von Männergruppen gegen Volkskrankheit Einsamkeit - Romero-Preis 2027 geht an Franz Grandits
St. Pölten, 25.07.2026 (KAP) Aufbruch und Wachstum: Zu diesem Ziel hat sich die Katholische Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) angesichts ihres 80-Jahr-Jubiläums im Jahr 2028 verpflichtet. Bis dahin wünscht sich der zuständige Referatsbischof Hermann Glettler von der Männerbewegung 80 Neugründungen von KMB-Gruppen. Dies hat Glettler zum Abschluss der heurigen KMBÖ-Sommerakademie am Samstag im niederösterreichischen Phyra unterstrichen. Solche Neugründungen wären zugleich geeignet, um "gegen die Volkskrankheit Einsamkeit" vorzugehen, berichtete die KMBÖ am Samstag in einer Aussendung.
Die Sommerakademie stand vom 23. bis 25. Juli unter dem Motto "Friede - und dann. Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung". Referenten waren neben Glettler u.a. der Grazer Neutestamentler Josef Pichler und der Psychotherapeut und Theologe Arnold Mettnitzer.
Christlicher Glaube ist "Entlastungsprogramm"
In seinem Vortrag appellierte Glettler zudem, den Frieden als eine "tägliche Entscheidung für Friedfertigkeit, Gewaltfreiheit, Gespräch" zu verstehen. Versöhnung sei ein Weg, der mit Vergebung beginne. "Die uralten Geschichten und Altlasten in unseren Familien" gelte es nicht hinzunehmen, sondern durch Vergebung zu durchbrechen. Dabei könne der christliche Glaube wie ein "Entlastungsprogramm" wirken, so Glettler. Schließlich lehre das Christentum die Bedeutung der Freundschaft mit Christus. Diese könne Vorbild sein für notwendige Freundschaften in der Welt.
In ihrer Abschlusserklärung zur Tagung hielt die KMBÖ u.a. fest, dass sich männliche Stärke nicht in Härte oder Polarisierung zeige, "sondern im Mut zur Barmherzigkeit, der aktiven Versöhnung im Alltag und der klaren Absage an populistische Spaltung." Zudem seien "Vergebung und die Sorge für Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" Grundlage für echten Frieden. In dem Sinne könne Religion nie zur Rechtfertigung für Gewalt dienen - vielmehr trage sie dazu bei, die "Spirale der Gewalt zu durchbrechen".
Romero-Preis 2027 an Franz Grandits
Die KMBÖ teilte außerdem mit, dass der von ihr verliehene "Romero-Preis" im Jahr 2027 an Franz Grandits aus dem Burgenland verliehen wird. Grandits hat vor 30 Jahren das Projekt "Hilfe Direkt" gegründet und seither über 50 Schulen, Mädchenheime, Krankenhäuser und Waisenhäuser gebaut und begleitet.
Der seit 1980 vergebene Romero-Preis ist Österreichs wichtigste Auszeichnung für herausragende Leistungen für Gerechtigkeit und Entwicklung in Afrika und Lateinamerika. Zuletzt wurde der Preis 2025 an den peruanischen Priester und Menschenrechtsaktivisten Luis Zambrano verliehen.