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UNESCO: Duzende neue Welterbestätten ernannt

26.07.2026 10:41
(zuletzt bearbeitet am 26.07.2026 um 15:08 Uhr)
Südkorea/Kultur/Gedenkstätte/Internationale Organisation/UN
U.a. der griechische Olymp, das Werk des finnischen Star-Architekten Aalto und die D-Day-Landungsküste wurde in die Liste aufgenommen
Busan, 26.07.2026 (KAP/KNA) Das Welterbekomitee hat am Wochenende im südkoreanischen Busan Dutzenden Nominierungen für die Unesco-Welterbeliste zugestimmt. Dazu gehört auch die einzige deutsche Nominierung, die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins. Sie ergänzt die seit 2008 bestehende Welterbestätte "Siedlungen der Berliner Moderne". Vor 18 Jahren hatte sich das Viertel nebst anderen Siedlungen in Berlin beworben, aber erfolglos. Nach Sanierungen und Bürgerinitiativen hat es nun geklappt.

Deutschland hat damit weiterhin 55 Welterbestätten und künftig eine weniger als Frankreich. Das UNESCO-Komitee nahm die D-Day-Landungsküste in der Normandie sowie Carcassonne und die Katharerburgen auf. Letztere stünden stellvertretend für die Eroberung des Languedoc durch den König von Frankreich und seine Vasallen im 13. Jahrhundert.

Die Landungsstrände bezeichnen den knapp 100 Kilometer langen Küstenabschnitt an der französischen Ärmelkanalküste, an dem am 6. Juni 1944 die alliierten Truppen in Frankreich landeten. Frankreichs Kulturministerin Catherine Pégard schrieb auf X: "Zwanzig Jahre Bemühungen, um sicherzustellen, dass dieser Erinnerungsort als Welterbe der Menschheit anerkannt wird. Ein Grund zum Stolz für die Normandie und für Frankreich!"

Italien bleibt Spitzenreiter

Spitzenreiter bleibt Italien. Mit der Aufnahme der Condominio-Theater zählt das Land 62 Kultur- und Naturdenkmäler von "außergewöhnlichen universellen Wert", wie es in der Vorgabe für den Titel heißt. Die Theater entstanden zwischen Mitte des 17. und des 18. Jahrhunderts oft als Gemeinschaftseigentum in Kleinstädten und waren gesellschaftlicher Treffpunkt.

Teil des UNESCO-Welterbes ist außerdem der griechische Olymp. Laut UNESCO sorgt sein Mikroklima aufgrund von Meeresnähe und steilem Anstieg einerseits für "eine bemerkenswerte Vielfalt an Geländeformen, klimatischen Bedingungen und Vegetation", zitierte die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) aus der Begründung.

Andererseits spielte er in der griechischen Mythologie eine zentrale Rolle. Er galt als Wohnsitz von zwölf olympischen Göttern mit Zeus als oberstem Gott. Die UNESCO begründet weiter: "Durch die Schriften von Hesiod und Homer entwickelte sich der Olymp zu einem zentralen Bezugspunkt der griechischen Mythologie im gesamten griechischen und römischen Raum und wurde so zu einem dauerhaften Symbol der griechischen Zivilisation." Griechenland hat 20 weitere Welterbestätten. Dazu gehören die Akropolis und Delphi.

Auch Werk des Star-Architekten Aalto ist Welterbe

Aufgenommen wurde außerdem das Werk des finnischen Architekten und Designers Alvar Aalto. Aalto hat sowohl Designklassiker geschaffen als auch Finnlands Architektur geprägt. In die Liste aufgenommen ist nun ein Ensemble aus 13 Gebäuden und Gebäudegruppen in ganz Finnland. Sie seien beispielhaft für die Moderne des 20. Jahrhunderts und eine Reaktion auf umfassende gesellschaftliche Bedürfnisse. Es handele sich um öffentliche, gemeinschaftliche und wohnbezogene Bauten. Einerseits seien sie mit der finnischen Bautradition verwurzelt, griffen andererseits zugleich auch Ideen der weltweiten Moderne auf. Besonders sei die Orientierung am Menschen.

Buddhistischer Pilgerort und ein Kloster

Die Mehrzahl der Nominierungen stammte aus Asien - mehrere Denkmäler mit religiöser Bedeutung. Dazu gehörten die Grabstätten der Xiongnu, die als frühe Vorfahren der heutigen Mongolen gelten, die buddhistische Pilgerstätte Sarnath in Indien sowie das Phra-Mahathat-Kloster in Thailand.

Deutlich aber auch: Vielerorts ist Welterbe durch Kriege, Großbauprojekte oder Klimawandel in Gefahr. Neu aufgenommen und gleich als bedroht eingestuft wurden die Stadt Sebastia im Westjordanland sowie die mittelalterlichen Burgen in der Region Mount - Dschebel - Amel im Libanon. Die Aufnahme Sebastias hatte Israel vor und nach der Entscheidung scharf kritisiert.
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