Hunderte Menschen gedachten in Kirche der Opfer des CSD-Anschlags
27.07.202609:09
Deutschland/Kirche/Kriminalität/Gesellschaft/CSD
Evangelische Marienkirche lud zur Gedenken - Auch Vertreter muslimischer Gemeinden kamen dazu und sprachen ihre Solidarität aus
Berlin, 27.07.2026 (KAP/KNA) Hunderte Menschen haben am Sonntagabend in der evangelischen Marienkirche in Berlin-Mitte der Opfer des Anschlags auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin gedacht. "Wir bitten für die, die um ihr Leben ringen, um die, die um einen geliebten Menschen trauern", sagte dabei der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein. "Queeres Leben, das lassen wir uns nicht nehmen", so Stäblein weiter. Was immer der Täter habe erreichen wollen, er werde es nicht erreichen. "Unser Herz werden wir schützen, so schwer das auch ist." Und: "Vielfalt lebt im Herzen Gottes, der die Liebe ist."
An dem Gottesdienst nahmen unter anderem der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die Minister Alexander Dobrindt (CSU), Karin Prien (CDU), Stefanie Hubig (SPD) sowie der Leiter des Katholischen Büros, Prälat Karl Jüsten, und die Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa teil. Auch Vertreter und Vertreterinnen verschiedener muslimischer Gemeinden waren bei der Gedenkfeier anwesend und sprachen ihre Solidarität aus. Mehrmals wurde die Andacht von Applaus unterbrochen.
Merz äußerte sich am Ende der Andacht ebenfalls. Er möchte sich direkt an die queere Community wenden. Man werde "alles tun, um die Freiheit unseres Landes und unserer Gesellschaft zu schützen, alles", so Merz. Zugleich werde alles getan, um zu verhindern, dass die, die meinten, mit ihrem Tun, das Land zu spalten, Hass und Zwietracht zu säen, dies tun können. Weiter rief er den Menschen im Gottesdienst zu: "Stehen Sie zusammen, feiern Sie, zeigen Sie das fröhliche Gesicht unserer offenen, freiheitlichen Gesellschaft".
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich. Wie Merz betonte er, es sei gut, hier zusammenzustehen. "Berlin ist die Stadt der Freiheit, wir werden uns dieses Gefühl von Freiheit, Offenheit, niemals nehmen lassen", so Wegner.
Laut Medienberichten wurde der Tatverdächtige Abdul B. - ein deutscher Staatsbürger, dessen Eltern aus dem Libanon stammen - noch am Abend in einer Berliner Kleingartenanlage aufgespürt. Bei einem folgenden Polizeieinsatz, bei dem der Mann mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte losgegangen sein soll, wurde der mutmaßliche Täter angeschossen. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr verstarb er noch am Einsatzort. Die Gartenhütte soll dem Vater des 21-jährigen Abdul B. gehören.
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