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Berlin: Islamverbände verurteilen Anschlag auf Christopher-Street-Day

27.07.2026 14:53
Deutschland/Terroranschlag/Islam/Homosexualität/Katholiken
Muslimische Organisationen sehen Missbrauch von Religion durch Extremisten: "Gegen die Grundsätze des Islam"
Berlin, 27.07.2026 (KAP/KNA) Mehrere deutsche Islamverbände haben den mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin verurteilt. Der Moscheeverband Ditib, der Zentralrat der Muslime in Deutschland und der Rat der Islamischen Gemeinschaften Hamburg (Schura) zeigten sich erschüttert. Die Organisationen warnten laut der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA vor einer Instrumentalisierung von Religion. Die Gedanken und Gebete seien jetzt bei den Betroffenen, den Verletzten und den Angehörigen der getöteten Frau.

"Extremisten schrecken nicht davor zurück, Gewalt gegen Menschen auszuüben, die aufgrund ihrer Identität, ihrer Überzeugungen oder ihrer Lebensführung angefeindet werden, um Angst und Spaltung in der Gesellschaft zu säen", teilte der Ditib-Bundesverband am Montag in Köln mit. "Solche Taten stehen in unvereinbarem Widerspruch zu den Grundwerten unserer Religion sowie zu den Prinzipien unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates."

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland äußerte sich ähnlich. Sollte es sich tatsächlich um eine islamistische Tat handeln, dann sei Religion für Hass und Gewalt missbraucht worden. "Gewalt gegen Unschuldige findet im Islam keine Rechtfertigung. Wer Religion instrumentalisiert, um Hass zu schüren oder Gewalt auszuüben, handelt gegen die ethischen Grundsätze des Islam und missbraucht den Glauben für menschenverachtende Ziele", so der Zentralrat.

Auch die Schura verurteilte die Tat. "Unterschiedliche Überzeugungen dürfen niemals Gewalt oder Menschenfeindlichkeit rechtfertigen. Wir stehen gemeinsam ein für Menschlichkeit, für eine offene Gesellschaft, für die unantastbare Würde jedes Menschen und für ein friedliches Zusammenleben", sagte der Vorsitzende Fatih Yildiz am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung in Hamburg.

Katholiken-Komitee erschüttert

Verurteilungen des Anschlags gab es auch von der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp. "Dieser abscheuliche Angriff galt gezielt der queeren Community. Queere Menschen müssen weiterhin um ihre Sicherheit fürchten, wenn sie sich offen zu ihrer Liebe und Identität bekennen. Das ist unerträglich", erklärte sie am Montag in Berlin. Mit Trauer, Erschütterung und tiefer Sorge um das gesellschaftliche Miteinander habe sie die Nachrichten vom Anschlag am Wochenende verfolgt, so Stetter-Karp. "Ich bin in Gedanken und im Gebet bei der Verstorbenen, den Verletzten und bei den Angehörigen."

Am Samstagabend war nach der CSD-Parade in Berlin ein Auto in die Menschenmenge am Tiergarten gefahren. Dabei wurde eine Person getötet, mindestens 29 weitere teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde später bei einem Polizeizugriff erschossen. Er soll in der Vergangenheit mehrfach versucht haben, sich im Ausland der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen.
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