KJÖ-Vorsitzender Klemens Lesigang: "Mit Sorge blicken wir auf die Debatte rund um den Zivildienst und fordern eine Gleichstellung von Wehrersatzdienst und Grundwehrdienst" - Lob für bessere Besoldung und Urlaubsanspruch
Wien, 28.07.2026 (KAP) Die Katholische Jugend Österreich (KJÖ) steht der geplanten Verlängerung des Wehrdienstes kritisch gegenüber. Hintergrund ist die von der Bundesregierung beim Sommerministerrat beschlossene Wehrdienstreform, laut der der Grundwehrdienst von bisher sechs Monaten ab 1. Jänner 2027 um drei Monate verpflichtende Truppen- und Milizübungen ergänzt werden soll. Kritik übte der KJÖ-Vorsitzende Klemens Lesigang zudem an den geplanten Änderungen beim Zivildienst. "Mit Sorge blicken wir auf die Debatte rund um den Zivildienst und fordern eine Gleichstellung von Wehrersatzdienst und Grundwehrdienst", so der ehrenamtliche KJÖ-Vorsitzende in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress.
Positiv bewertete Lesigang hingegen die fixierten Verbesserungen für Grundwehrdiener. So soll die Besoldung von monatlich 625 Euro auf 1.000 Euro steigen; erstmals wird auch ein Anspruch auf Urlaubstage eingeführt.
Die Verlängerung des Zivildienstes um zwei Monate (also von neun auf elf Monate) soll zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen. Falls sich künftig zu wenige Grundwehrdiener für den Präsenzdienst melden, soll ein Automatismus greifen und die zwei zusätzlichen Monate verpflichtend werden. Die Neuregelung soll mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten. Für die Verlängerung des Zivildienstes ist eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erforderlich. Laut aktueller Gesetzgebung dauert der Grundwehrdienst sechs und der Zivildienst neun Monate.
Bereits im Jänner hat die KJÖ eine Gleichstellung und faire Betrachtung von Grundwehrdienst, Zivildienst und Zivilersatzdienst wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr gefordert. Gerade das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem sei in vielen Bereichen auf den Einsatz von Zivildienern und Freiwilligendienstleistenden angewiesen.